
Ripple-Justizvorstand Stuart Alderoty bezeichnet das Treffen im Weißen Haus am Dienstag als „produktiv“ und mit einer starken Kompromissatmosphäre, wobei beide Parteien weiterhin Konsens über die Gesetzgebung im Krypto-Markt halten. Berichte zeigen, dass beide Seiten Zugeständnisse gemacht haben, wobei Banken erstmals bereit sind, Diskussionen über Ausnahmen bei Stablecoin-Belohnungen zu führen. Das Weiße Haus drängt auf eine Einigung bis zum 1. März. Doch Polymarket-Daten zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz in diesem Jahr verabschiedet wird, von 70 % auf 56 % gesunken ist.

(Quelle: X)
Ripple-Justizvorstand Stuart Alderoty schrieb kürzlich auf X, dass die Verhandlungen zu diesem Gesetz tatsächlich erfolgreich verlaufen seien. Er ergänzte, dass die Parteien sich einem Kompromiss nähern, während die USA auf weitere Klarheit bei den Regeln für den Kryptowährungsmarkt warten. „Das heutige Treffen im Weißen Haus war produktiv – die Atmosphäre für Kompromisse ist sehr stark. Beide Parteien halten an einer klaren Einigung für eine vernünftige Gesetzgebung für den Kryptowährungsmarkt fest. Wir sollten jetzt handeln, solange die Gelegenheit günstig ist, um echte Erfolge für Verbraucher und die USA zu erzielen“, sagte er.
Diese optimistische Haltung ist Alderotys übliche PR-Strategie. Als Ripple-Justizvorstand spielt er eine Schlüsselrolle bei der Förderung der Krypto-Regulierungsgesetzgebung und ist mehrfach in Washington für Lobbyarbeit und Verhandlungen aktiv. Seine öffentlichen Äußerungen sind meist positiv, um die Marktstimmung zu stabilisieren und das Markenimage von Ripple zu wahren. Dennoch steht seine optimistische Einschätzung im Kontrast zur tatsächlichen Marktreaktion.
Am Dienstag fand erneut eine Verhandlungsrunde im Weißen Haus zum Gesetzesentwurf für den Kryptowährungsmarkt statt. Berichte deuten an, dass beide Seiten Zugeständnisse gemacht haben, aber noch keine endgültige Einigung erzielt wurde. Eleanor Terrett berichtet, dass die Verhandlungsbereitschaft beider Seiten positiv sei und Fortschritte bei Schlüsselthemen erzielt wurden. Zum Beispiel zeigten sich die Banken diesmal eher bereit, über verschiedene Regelungen zu sprechen, im Gegensatz zu früheren Treffen, bei denen sie sich weigerte, tiefgehender zu diskutieren. Sie haben eine Reihe von Kompromissvorschlägen vorgelegt, insbesondere im Bereich der Stablecoin-Belohnungen.
Diese Veränderung in der Haltung ist ein bedeutender Fortschritt in den Verhandlungen. Zuvor bestanden die Banken auf einem vollständigen Verbot von Stablecoin-Belohnungen und lehnten jegliche Ausnahmen ab. Jetzt sind sie bereit, Ausnahmen in die Diskussion einzubeziehen, was auf eine gewisse Aufweichung ihrer Position hindeutet. Dennoch besteht zwischen „Bereitschaft zu diskutieren“ und „Einigung erzielen“ nach wie vor eine große Kluft. Banken könnten nur in sehr eingeschränktem Rahmen zustimmen, Belohnungen zu erlauben, etwa nur für Großkunden oder mit sehr niedrigen Obergrenzen für Belohnungsraten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Verhandlungen ist, welche Arten von Kontenaktivitäten Krypto-Unternehmen für die Auszahlung von Belohnungen anbieten dürfen. Die Details sind hier entscheidend. Wenn das Abkommen nur Belohnungen für „Handelsaktivitäten“ erlaubt, aber nicht für „Halten“, könnten viele Krypto-Plattformen ihre Geschäftsmodelle erheblich beeinträchtigt sehen. Es wird erwartet, dass die Parteien die Gespräche zum Gesetzesentwurf weiterführen.
Terrett erklärt: „Der nächste Schritt ist, dass beide Seiten in den kommenden Tagen weiter verhandeln, doch es ist unklar, ob bis Ende des Monats ein solches großes Treffen stattfinden wird. Das Weiße Haus hat beide Seiten aufgefordert, bis zum 1. März eine Einigung zu erzielen.“ Der 1. März liegt nur noch etwa 18 Tage entfernt – ein äußerst knapper Zeitplan. Angesichts der noch bestehenden Differenzen bei Kernpunkten wie den Stablecoin-Belohnungen ist es äußerst herausfordernd, innerhalb dieser Frist eine umfassende Einigung zu erzielen.
Obwohl führende Branchenvertreter weiterhin an den Verhandlungen beteiligt sind, sinkt das Vertrauen der Krypto-Trader in die Verabschiedung des Gesetzes kontinuierlich. Dies hängt möglicherweise auch mit der aktuellen pessimistischen Stimmung auf den Märkten zusammen. Polymarket-Daten zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz verabschiedet wird, weiter abnimmt. Die neueste Schätzung liegt bei 56 %, deutlich niedriger als die vorherigen Hochs um 70 %.
Der Rückgang von 70 % auf 56 % ist erheblich. Als Prognosemarktplattform spiegeln die Quoten die tatsächlichen Wetten wider. Wenn immer mehr Wetten auf „Gesetz wird nicht verabschiedet“ oder auf „Gesetz wird verabschiedet, aber mit Verzögerung“ gesetzt werden, sinkt die Wahrscheinlichkeit entsprechend. Diese Marktstimmung steht im starken Gegensatz zu Alderotys optimistischem Ton.
Warum misstrauen die Märkte den Fortschritten in den Verhandlungen? Mögliche Gründe sind: Erstens, gab es bereits mehrere Berichte über „nahe Einigungen“, die letztlich doch nicht zustande kamen, was die Marktteilnehmer ermüdet. Zweitens, selbst wenn Banken bereit sind, Kompromisse zu diskutieren, könnten die konkreten Bedingungen für die Krypto-Industrie nach wie vor äußerst ungünstig sein. Drittens, selbst wenn das Gesetz im Senat durch den Banking Committee kommt, muss es noch im gesamten Senat und im Repräsentantenhaus verabschiedet werden – jeder Schritt birgt Risiken.
Tiefere Ursachen könnten die allgemeine Pessimismusstimmung im Krypto-Markt sein. Wenn Bitcoin von 126.000 USD auf 60.000 USD fällt und der Markt insgesamt unter Druck steht, reagieren Investoren vorsichtiger auf positive Nachrichten. In Bärenmärkten ist es üblich, dass „positive Nachrichten“ bereits im Vorfeld eingepreist sind, sodass selbst eine Gesetzesverabschiedung kaum zu einem Kursanstieg führt, sondern eher zu einer Korrektur nach unten.
Trotz der Bemühungen einiger Schlüsselakteure, das Gesetz voranzutreiben, bleibt die Situation so. Wie CoinGape berichtet, fordert US-Finanzminister Scott Bessent die internationalen Führer auf, eine Einigung zu erzielen. Er kritisiert auch, dass die Gegenwehr gegen das Gesetz den Fortschritt behindert. Bessents harte Haltung zeigt, dass die Trump-Administration das Gesetz aktiv vorantreibt, doch die Unterstützung des Finanzministers allein kann die Abstimmung im Kongress nicht direkt beeinflussen.
Aus politischer Sicht ist das Gesetz mit mehreren Hindernissen konfrontiert. Demokratische Senatoren im Banking Committee könnten wegen möglicher Interessenkonflikte mit Trump dagegen stimmen, auch innerhalb der Republikaner gibt es Differenzen, etwa zum Schutz der Banken. Obwohl im letzten Jahr das gleichnamige Gesetz im Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, hat sich die politische Lage seitdem verändert. Mit den Zwischenwahlen vor Augen sind die Abgeordneten vorsichtiger bei kontroversen Themen und zögern, für Maßnahmen zu stimmen, die ihre Wahlchancen beeinträchtigen könnten.
Das Weiße Haus hat beide Seiten aufgefordert, bis zum 1. März eine Einigung zu erzielen. Dieser Termin liegt nur noch etwa 18 Tage entfernt – eine äußerst knappe Frist für so komplexe Gesetzgebungsverhandlungen. Um innerhalb dieses Zeitrahmens eine Einigung zu erreichen, müssen die Parteien bei folgenden Kernpunkten schnell Fortschritte erzielen:
Ausnahmeregelungen bei Stablecoins: Welche Kontenaktivitäten dürfen Belohnungen erhalten? Wie hoch darf die Obergrenze für Belohnungsraten sein? Wie wird verhindert, dass es zu massiven Abhebungen kommt? Diese technischen Details könnten Wochen in Anspruch nehmen.
Umgang mit Trump-Interessenkonflikten: Demokraten fordern Beschränkungen, Republikaner sind strikt dagegen. Dieses politische Thema könnte nur durch hochrangige politische Verhandlungen gelöst werden, etwa durch Tauschgeschäfte bei anderen Gesetzesvorhaben.
Personalbesetzungen bei der CFTC: Demokraten wollen, dass alle Mitglieder der CFTC vor der Regelsetzung im Amt sind, Republikaner wollen die Umsetzung beschleunigen. Das hängt von Nominierungen durch den Präsidenten und Bestätigungen im Senat ab, was bis zum 1. März kaum zu schaffen ist.
Stabilcoin-Belohnungsstreit: Banken fürchten Abflüsse, die Krypto-Industrie besteht auf Geschäftsmodellen, Kompromisse sind schwierig
Trump-Interessenkonflikte: Demokraten fordern Beschränkungen, die Regierung lehnt ab, politische Blockade
Zeitlicher Druck bei Verfahren: Der Senat ist voll mit anderen Themen, die Legislaturzeit vor den Zwischenwahlen ist begrenzt
Der Ausgang der Gesetzesverabschiedung könnte letztlich für eine gewisse Entspannung an den Märkten sorgen. Seit dem Höchststand im Oktober letzten Jahres ist der Markt im Abwärtstrend. Klare Regulierung ist eine wichtige Voraussetzung für institutionelle Investoren. Sollte das „Clarity Act“ verabschiedet werden, würde dies der US-Kryptoindustrie einen rechtlichen Rahmen geben und mehr regulierungskonforme Gelder anziehen. Aufgrund des aktuellen Verhandlungsstands und des Marktvertrauens ist die Wahrscheinlichkeit, dass bis zum 1. März eine Einigung erzielt wird, jedoch eher gering.
Selbst wenn keine Einigung bis zum 1. März erreicht wird, ist der Fortschritt in den Verhandlungen ein positives Signal. Die Bereitschaft der Banken, Kompromisse zu diskutieren, der Kontakt zwischen den Parteien und die aktive Unterstützung des Finanzministers deuten darauf hin, dass die Verabschiedung des Gesetzes letztlich möglich ist – nur eben mit Verzögerung bis ins zweite Quartal oder später. Für Ripple und die gesamte Krypto-Branche könnte Geduld die derzeit einzige Option sein.
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