Visa arbeitet mit BVNK zusammen, um ein Netzwerk im Wert von 1,7 Billionen US-Dollar zu verbinden, das Unternehmen eine 24-Stunden-Stablecoin-Abwicklung ermöglicht

MarketWhisper

Visa und BVNK kooperieren und integrieren Stablecoins in die jährlich verarbeitete Plattform Visa Direct im Wert von 1,7 Billionen US-Dollar, sodass Unternehmen grenzüberschreitende Abrechnungen rund um die Uhr durchführen können. Visa Stablecoin-Abrechnungen erreichen eine Jahresbilanz von 4,5 Milliarden US-Dollar, was zwar nur 0,03 % ausmacht, aber ein deutliches monatliches Wachstum zeigt. Die Marktkapitalisierung von Stablecoins liegt bei 270 Milliarden US-Dollar, während Banken wie Goldman Sachs, UBS und andere eigene Stablecoins erforschen.

1,7 Billionen US-Dollar Zahlungsnetzwerk öffnet Stablecoin-Pfade

Der globale Zahlungsriese Visa kündigt offiziell eine Partnerschaft mit dem in London ansässigen Stablecoin-Infrastruktur-Anbieter BVNK an, um die Stablecoin-Zahlungsfunktion in die hauseigene Plattform Visa Direct zu integrieren. Diese Integration ermöglicht es Unternehmen, im Rahmen des Echtzeit-Zahlungsnetzwerks Visa Direct, das jährlich Transaktionen im Wert von bis zu 1,7 Billionen US-Dollar verarbeitet, Stablecoins für die Vorfinanzierung und Überweisungen zu nutzen.

Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung wird BVNK die zugrunde liegende Stablecoin-Technologie für die Plattform bereitstellen, sodass qualifizierte Unternehmenskunden direkt digitale US-Dollar an die Stablecoin-Brieftasche des Empfängers senden können. Der Kern dieser Zusammenarbeit besteht darin, die zeitlichen und räumlichen Grenzen traditioneller Fiat-Währungen zu überwinden. Mark Nelsen, Leiter des globalen Produktgeschäfts bei Visa, erklärt, dass Stablecoins die Fähigkeit bieten, auch an Wochenenden, Feiertagen oder während Bankenschließungen kontinuierlich zu operieren, was eine spannende Chance für die globale Kapitalmobilität darstellt.

Durch die Anbindung an BVNK können Unternehmen ohne die Entwicklung komplexer Blockchain-Asset-Management-Systeme auf das weltweite Zahlungsnetzwerk von Visa zugreifen und so Echtzeit-Abrechnungen über verschiedene Märkte hinweg realisieren. Besonders bei Gehaltszahlungen, Gig-Economy-Vergütungen und grenzüberschreitenden Überweisungen zeigt sich ein großes Anwendungspotenzial. Traditionelle grenzüberschreitende Banküberweisungen dauern meist 3 bis 5 Werktage, während sie mit Stablecoins in wenigen Minuten abgeschlossen werden können, bei deutlich reduzierten Gebühren.

Die strategische Partnerschaft ist kein kurzfristiges Projekt. Bereits im Mai 2025 investierte VIsa Ventures, die Risikokapitalabteilung von Visa, nach einer Finanzierungsrunde von 50 Millionen B bei BVNK, was das langfristige Engagement von Visa im Stablecoin-Infrastrukturbereich unterstreicht. Neben Visa investierte auch Citi Ventures, die Risikokapitaltochter der Citigroup, im Oktober 2025 strategisch in BVNK, um die Position des Anbieters, der jährlich Transaktionen im Wert von über 30 Milliarden US-Dollar verarbeitet, im Mainstream-Finanzsystem weiter zu festigen.

Schnelles Wachstum bei 4,5 Milliarden US-Dollar Abrechnungsvolumen

Obwohl die Durchdringung von Stablecoins bei Mainstream-Händlern noch in den Anfängen steckt, zeigen die Transaktionsdaten eine starke Wachstumsdynamik. Cuy Sheffield, Leiter der Kryptowährungsabteilung bei Visa, verrät in einem Interview mit Reuters, dass das Jahresvolumen der Stablecoin-Abrechnungen bei Visa bis Januar 2026 bereits 4,5 Milliarden US-Dollar erreicht hat. Im Vergleich zum Gesamtzahlungsvolumen von 14,2 Billionen US-Dollar, das Visa 2025 verarbeitet hat, entspricht dies nur 0,03 %, doch Sheffield betont, dass diese Zahl monatlich deutlich wächst, vor allem getrieben durch die Herausgabe von Stablecoin-Karten durch Emittenten.

Derzeit ist die Marktsituation so, dass trotz enormer Emissionen digitaler Assets, wie z.B. USDT mit einer Umlaufmenge von etwa 187 Milliarden US-Dollar, Verbraucher diese Token in den meisten physischen Geschäften kaum direkt verwenden können. Daher sind Stablecoin-Unternehmen auf das bestehende Visa-Zahlungsnetzwerk angewiesen, um diese digitalen Vermögenswerte in reale Kaufkraft umzuwandeln. Genau hier sieht Visa eine Schlüsselrolle, um eine Brücke zwischen Stablecoins und dem bestehenden Akzeptanz-Ökosystem für Händler zu schlagen.

Um die Marktdynamik genauer zu erfassen, arbeitet Visa mit dem Blockchain-Analysetool Allium Labs zusammen. Laut neuesten Daten liegt die weltweite Marktkapitalisierung der Stablecoins bei über 270 Milliarden US-Dollar, mehr als doppelt so hoch wie vor zwei Jahren mit 120 Milliarden. Bei den auf der Blockchain verzeichneten Transitionen im Wert von 47 Billionen US-Dollar an Stablecoin-Transaktionen erkennt Visa nach Datenfilterung nur 10,4 Billionen US-Dollar als „reale“ Zahlungsaktivitäten an.

Sheffield erklärt, dass der Großteil des Datenrauschs durch Hochfrequenz-Handelsalgorithmen und Arbitrage zwischen verschiedenen Börsen sowie andere nicht-zahlungsbezogene On-Chain-Aktivitäten verursacht wird. Ziel von Visa ist es, durch das Entfernen dieser automatisierten Störungen die tatsächliche Nutzung von Stablecoins in kommerziellen Aktivitäten zu rekonstruieren. Diese Datenreinigung ermöglicht es Visa, die tatsächliche Marktgröße für Stablecoin-Zahlungen genauer zu bewerten und strategische Entscheidungen zu treffen.

Starke Gegenwehr der Banken im Stablecoin-Bereich

Mit der zunehmenden Reife der Stablecoin-Infrastruktur spüren auch traditionelle Banken potenzielle Bedrohungen und Chancen. Großbanken wie Goldman Sachs, UBS, Bank of America, Citigroup, Western Union, Interactive Brokers und die Bank of New York Mellon haben im Jahr 2025 angekündigt, eigene Stablecoins zu erforschen, um die Dominanz im globalen Kapitalfluss nicht durch digitale Assets zu schwächen.

Drei Strategien der Banken im Stablecoin-Kampf

Eigene Stablecoins emittieren: Goldman Sachs, UBS und andere entwickeln bankeigene Stablecoins unter Nutzung bestehender Regulierungsrahmen und Markenvertrauens

Regionale Allianzen bilden: Die europäische Bankenallianz entwickelt einen Euro-Stablecoin, um das dollarzentrierte digitale Zahlungssystem herauszufordern

Technologiepartnerschaften eingehen: Kooperationen mit Visa, BVNK und anderen Technologieanbietern, um schnell Stablecoin-Zahlungsfähigkeit zu erlangen, ohne alles selbst zu entwickeln

Im europäischen Markt, um der langjährigen Dominanz des US-Dollars im digitalen Zahlungsverkehr entgegenzuwirken, haben europäische Banken wie die ING und UniCredit eine gemeinsame Firma gegründet, um einen Euro-gebundenen Stablecoin zu entwickeln. Sheffield äußert sich optimistisch hinsichtlich der Aussichten eines Euro-gebundenen Stablecoins und betont, dass die Geschichte der Stablecoins nicht nur auf den US-Dollar beschränkt sein sollte. Die Digitalisierung mehrerer Währungen weltweit wird in Zukunft eine bedeutende Rolle spielen.

Diese Wettbewerbssituation hat auch dazu geführt, dass Visa seine Beratungsdienste ausgebaut hat. Im letzten Monat hat Visa die „Global Stablecoin Advisory Practice“ ins Leben gerufen, bei der Expertenteams Banken, Fintechs und Unternehmen bei der Entwicklung von Marktwachstumsstrategien und der rechtssicheren Implementierung von Stablecoin-Geschäften unterstützen.

Regulatorische Compliance und BVNKs strategische Wahl

Mit dem Eintritt der Stablecoins in den Mainstream wird auch das regulatorische Umfeld zunehmend strenger. Das US-Gesetz „GENIUS Act“ setzt bundesweite Standards für Zahlungs-Stablecoins, verlangt, dass Zahlungsplattformen nur von streng regulierten Token unterstützt werden. Ein BVNK-Sprecher erklärt, dass die Abwicklung von Stablecoins strikt auf konforme Wallets und Gegenparteien beschränkt ist und sich an die sich ständig weiterentwickelnde Gesetzgebung anpasst, z.B. die EU-Markt für Krypto-Assets (MiCAR) und die neuen Regulierungen in Großbritannien und den USA.

Experten warnen, dass, obwohl Stablecoins die Abrechnungsverzögerungen erheblich verkürzen und das traditionelle, bankabhängige System in ein 24/7-Netzwerk verwandeln können, die langfristigen Auswirkungen stark davon abhängen, wie schnell lokale Währungsinfrastrukturen diese neuen Technologien anpassen und in das Regulierungsumfeld integrieren. Vor diesem Hintergrund ist die Pilotphase der Zusammenarbeit zwischen Visa und BVNK besonders bedeutend.

Diese Pilotprojekte werden zunächst in Märkten mit hoher Nachfrage nach digitalen Zahlungen und klaren Regulierungen gestartet. Erste Unternehmenskunden werden Zahlungsdienstleister (PSPs), Online-Marktplätze und Vermittlungsplattformen sein. BVNK-CEO Jesse Hemson-Struthers bezeichnet diese Integration als Meilenstein, um Stablecoins direkt in das vertrauenswürdigste Zahlungsnetzwerk der Welt zu integrieren, was Unternehmen mehr Flexibilität bei Zahlungen und den Endempfängern größere Freiheit bietet.

Vor der Vereinbarung mit Visa hatte BVNK Verhandlungen über eine Übernahme im Wert von bis zu 2 Milliarden US-Dollar mit Coinbase geführt, die im November 2025 nach Abschluss der Due Diligence jedoch beendet wurden. Diese strategische Entscheidung zeigt, dass BVNK den tiefen Kooperationen mit Visa den Vorzug gibt und nicht durch eine Übernahme Teil von Coinbase werden möchte. Die Zusammenarbeit mit einem Zahlungsriesen ermöglicht einen schnelleren Zugang zu Unternehmenskunden und Mainstream-Märkten, was vermutlich der Grund ist, warum BVNK eine Übernahme durch Coinbase ablehnt.

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