Blockchain-Analyseplattform Bubblemaps veröffentlicht auf X einen Untersuchungsbericht, der schwerwiegende Konzentrationsprobleme bei PIPPIN-Token aufdeckt. Interne Adressen halten derzeit etwa 80 % des Angebots im Wert von rund 3,8 Milliarden US-Dollar. Die Untersuchung ergab, dass seit der letzten Offenlegung 16 neue Wallets mit identischem Muster aufgetaucht sind, die vermutlich von derselben Entität kontrolliert werden. Dieser Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem der PIPPIN-Preis kontinuierlich steigt, und warnt Investoren vor möglichen Risiken.

(Quelle: Bubblemaps)
Die Untersuchung von Bubblemaps deckt beunruhigende Muster auf. Diese 27 Wallets sind keine zufällig verstreuten Investoren, sondern zeigen eine hohe Übereinstimmung in ihrem Verhalten. Die ersten 16 Wallets wurden alle mit Anfangskapital von CEX-Börsen versorgt, was an sich äußerst ungewöhnlich ist. Bei normalen Privatanlegern sollte die Kapitalquelle vielfältig sein, einschließlich verschiedener Börsen, OTC-Transaktionen oder persönlicher Überweisungen.
Noch verdächtiger ist, dass die Menge an SOL, die diese Wallets erhalten haben, ähnlich ist. SOL ist das native Token der Solana-Blockchain, das für Transaktionsgebühren verwendet wird. Wenn es sich um unabhängige Investoren handelt, sollte die gekaufte SOL-Menge zufällig verteilt sein. Die Ähnlichkeit in den SOL-Beträgen deutet jedoch darauf hin, dass diese Wallets nach einem einheitlichen Plan erstellt und mit Mitteln versorgt wurden.
Fehlende Transaktionshistorie ist ein weiteres Warnzeichen. Diese Wallets hatten vor der Abhebung von PIPPIN keine Transaktionen, was darauf hindeutet, dass sie speziell für diesen Zweck neu erstellt wurden. Erfahrene Investoren verfügen in der Regel über eine umfangreiche On-Chain-Transaktionshistorie, während diese „sauberen“ Wallets eher wie sorgfältig konstruierte Werkzeuge erscheinen.
Der große Abfluss von PIPPIN von zentralisierten Börsen ist das zentrale Element dieses Musters. Es deutet darauf hin, dass eine Entität zunächst große Mengen PIPPIN auf einer Börse gekauft oder erhalten hat und diese dann auf mehrere Wallets verteilt hat. Ziel dieser Vorgehensweise ist vermutlich, die tatsächliche Konzentration zu verschleiern und den Eindruck einer dezentralen Verteilung zu erwecken.
Die zweite Gruppe von 11 Wallets, die mit CEX-Börsen verbunden sind, liefert weitere Beweise. Diese Wallets halten zusammen etwa 9 % des PIPPIN-Angebots, was zwar weniger ist als bei der ersten Gruppe, aber dennoch große Positionen darstellt. Entscheidend ist die hohe Übereinstimmung in den Kapitalflüssen und Zeitfenstern.
Erste CEX-bezogene Gruppe (16 Wallets): Ein einzelner Börsenkapitalquelle, ähnliche SOL-Mengen, keine Historie, große Abhebungen
Zweite CEX-bezogene Gruppe (11 Wallets): Zeitfenster der Kapitalflüsse einheitlich, etwa 9 % des Angebots, wiederholtes Verhaltensmuster
Gesamtverdacht: Insgesamt 27 Wallets könnten von derselben Entität kontrolliert werden, mit einer Gesamtbeteiligung von fast 80 % des Angebots
Die Übereinstimmung im Zeitfenster bedeutet, dass diese Wallets innerhalb nahezu desselben Zeitraums ähnliche Aktionen durchgeführt haben. Wenn es sich um echtes Retail-Verhalten handelt, sollte die zeitliche Verteilung zufälliger sein. Die Konzentration auf bestimmte Zeitfenster deutet jedoch auf eine koordinierte Planung und Ausführung hin.
Bubblemaps weist darauf hin, dass die Schlussfolgerung „wahrscheinlich von derselben Entität kontrolliert“ kein Mutmaßung ist, sondern auf Mustererkennung in Blockchain-Daten basiert. Obwohl eine 100%ige Bestätigung nicht möglich ist, erhöht die gleichzeitige Indikation mehrerer unabhängiger Hinweise die Wahrscheinlichkeit erheblich.
Eine Konzentration von 80 % ist ein äußerst riskantes Signal. Bei normalen Krypto-Projekten haben Entwicklungsteams, Frühinvestoren und die Community meist klare Token-Verteilungspläne, die öffentlich transparent sind. Bei PIPPIN zeigt sich jedoch, dass der Großteil der Token in den Händen einer mutmaßlich gleichen Entität liegt, was erst durch die Bubblemaps-Untersuchung offenbart wurde.
Diese Konzentration verleiht den Kontrolleuren enorme Markmanipulationsmöglichkeiten. Mit 80 % des Angebots können sie jederzeit große Mengen verkaufen, was den Preis zum Absturz bringen könnte, während Kleinanleger unvorbereitet sind. Selbst bei verzögertem Verkauf besteht die Gefahr, dass diese potenzielle Bedrohung wie ein Damokles-Schwert über allen Investoren schwebt.
Noch perfider ist, dass die Kontrolleure diese verteilten Wallets nutzen können, um falsche Handelsaktivitäten zu simulieren. Token-Transfers zwischen verschiedenen Wallets können den Eindruck „aktiver Transaktionen“ erwecken und mehr Kleinanleger anlocken. Zudem können sie bei entscheidenden Kursniveaus Kauf- und Verkaufsorders setzen, um den Kurs zu manipulieren und Anleger in Fehlentscheidungen zu treiben.
Aus Sicht der Liquiditätsausstiege: Wenn die Kontrolleure verkaufen wollen, ist der Markt kaum in der Lage, 3,8 Milliarden US-Dollar an Verkaufsdruck aufzunehmen. Selbst gestaffelte Verkäufe würden den Kurs dauerhaft belasten. Kleinanleger haben in diesem Szenario kaum eine Chance, unbeschadet auszusteigen, da ihre Verkaufsorders erst nach den massiven Verkäufen der Kontrolleure ausgeführt werden.
Ironischerweise wird PIPPIN genau dann auf den Listen großer Handelsplattformen wie Robinhood geführt, wenn Bubblemaps diese Probleme aufdeckt. Das Listing bei Robinhood gilt meist als positives Signal, das auf eine gewisse Reputation und Compliance hinweist. Doch die Untersuchung von Bubblemaps zeigt ein ganz anderes Bild.
Dieser Kontrast hebt ein fundamentales Problem des Krypto-Marktes hervor: Das Listing auf zentralisierten Börsen kann die Konzentration und Manipulationsrisiken nicht immer erkennen lassen. Robinhood mag die Liquidität und Nachfrage für PIPPIN bewertet haben, ohne die Token-Verteilung eingehend zu prüfen.
Für Robinhood-Nutzer kann das Listing eine falsche Sicherheit suggerieren. Viele Kleinanleger denken: „Wenn Robinhood es gelistet hat, ist es sicher“, doch sie betreten möglicherweise einen stark manipulierten Markt. Die Bequemlichkeit und Nutzerfreundlichkeit von Robinhood könnten den Zufluss von Kleininvestoren in dieses Hochrisiko-Token noch beschleunigen.