Zwei demokratische Senatoren schreiben an Finanzminister Bissent und fordern eine Bewertung, ob die Beteiligung der Vereinigten Arabischen Emirate an World Liberty Financial (WLFI) in Höhe von 500 Millionen US-Dollar einer nationalen Sicherheitsüberprüfung durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) unterzogen werden sollte.
(Vorheriger Kontext: Trump träumt erneut groß: Neuer Federal Reserve Vorsitzender Powell könne das US-Wirtschaftswachstum auf 15 % ankurbeln)
(Hintergrund: Macron kritisiert Trump scharf: „Europa soll sich nicht beugen“ – Die EU will diese Woche Stellung beziehen)
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Seit November 2024 hat WLFI mindestens 1,4 Milliarden US-Dollar für Trump und die Witkoff-Familie generiert. Laut öffentlich verfügbaren Angaben von WLFI ist die Einkommensverteilung wie folgt:
Rechnet man um, so erhält die Trump-Familie mindestens 1,2 Milliarden US-Dollar in bar, dazu 225 Millionen WLFI-Token. Bei aktuellem Kurs von ca. 0,23 USD entspricht das einem Buchwert von etwa 50 Milliarden USD.
Zum Vergleich: Trumps Immobilienimperium hat von 2010 bis 2017, also acht Jahre, nur 1,2 Milliarden USD in bar erwirtschaftet. Nun hat ein Kryptowährungsprojekt in nur 16 Monaten diesen Wert erreicht.
Laut einer exklusiven Meldung der „Wall Street Journal“ hat die G42-Gruppe, unterstützt vom Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan, Berater für nationale Sicherheit der VAE und Mitglied der Abu-Dhabi-Königsfamilie, vor den US-Wahlen im Januar 2025, im Geheimen 49 % der Anteile an WLFI für 500 Millionen USD erworben.
Der Deal wurde im Namen von Trump-Sohn Eric Trump unterzeichnet und nie öffentlich bekannt gemacht. Die Geldflüsse lassen sich schätzen auf:
Die G42-Führung erhielt später einen Sitz im WLFI-Aufsichtsrat, wodurch Tahnoons Investmentinstrument zum größten externen Anteilseigner wurde. Bemerkenswert ist, dass CNBC ihn als „Spionenprinz“ bezeichnet, da sein Hintergrund im Geheimdienst der VAE liegt.
Laut Block-Informationen haben die demokratischen Senatoren Elizabeth Warren und Andy Kim in einem Schreiben an Finanzminister Bissent scharfe Sicherheitsbedenken geäußert:
Diese Transaktion löst erhebliche nationale Sicherheitsbedenken aus. WLFI gibt an, Nutzerdaten zu sammeln. Wir bezweifeln, dass die Vereinigten Arabischen Emirate oder sogar China Zugriff auf diese Daten haben könnten.
Die Senatoren heben besonders die bisherigen Kooperationen von G42 mit chinesischen Unternehmen hervor. US-Geheimdienste haben seit langem gewarnt, dass G42 möglicherweise Technologie an das chinesische Militär weitergibt.
Im Schreiben wird das Finanzministerium aufgefordert, bis 5. März zu klären, ob die CFIUS-Prüfung eingeleitet wurde oder ob dem Präsidenten bereits Empfehlungen vorliegen. Das CFIUS, vom Finanzministerium geleitet, prüft ausländische Investitionen auf sensible Technologien oder Daten.
Was die Transaktion noch kontroverser macht, ist die zeitliche Nähe. Nur wenige Monate nach dem Einstieg der VAE bei WLFI genehmigte die Trump-Regierung den Verkauf von etwa 500.000 fortschrittlichen KI-Chips an die VAE, wobei rund ein Fünftel der Quoten an G42 unter Tahnoon ging.
Dies wirft Fragen nach „Interessenkonflikten“ auf: Die Emirats-Königsfamilie schiebt durch Krypto-Investitionen Hunderte Millionen Dollar an die Trump-Familie und erhält im Gegenzug die Erlaubnis für den Export modernster US-KI-Technologie.
Zudem ist die Stablecoin USD1 von WLFI seit ihrer Einführung im März 2025 mit einem Umlaufvolumen von über 5 Milliarden USD aktiv, was jährlich etwa 100 Millionen USD an US-Staatsanleihen-Zinsen generiert. 75 % dieser Einnahmen fließen ebenfalls an die Trump-Familie. Das Unternehmen bezeichnet Trump und Witkoff offiziell als „Ehrenmitbegründer“, wobei ein Sprecher betont, dass beide an den Emirats-Transaktionen nicht beteiligt sind.
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