Basierend auf Starknet ist die Perpetual Contract Exchange Paradex am Montag auf einen technischen Fehler gestoßen. Bitcoin zeigte auf der Plattform kurzfristig ein extremes Angebot von „0 US-Dollar“, woraufhin eine Flut von automatischen Liquidationen ausbrach, die die Entwickler dazu veranlasste, selten die Blockchain „zurückzusetzen (Rollback)“, was in der Krypto-Community hitzige Diskussionen auslöste. Auf den sozialen Plattformen meldeten Nutzer nacheinander, dass zum Zeitpunkt des Vorfalls die Paradex-Oberfläche den Bitcoin-Preis sofort auf null gesetzt hatte, sich dann aber schnell wieder normalisierte. Doch noch bevor der Preis wieder anstieg, wurden tausende Positionen vom System als ausgelöscht erkannt und zwangsweise geschlossen. Ein Nutzer schrieb: „Ich dachte anfangs, es sei nur ein UI-Fehler (UI bug), bis ich auf dem Computer sah, dass Bitcoin auf 0 US-Dollar gefallen ist und sofort wieder hochgezogen wurde. Dann wurde mir klar, dass etwas nicht stimmt. Es gibt bereits Tausende von Liquidationen. Das ist definitiv keine gute Nachricht für Paradex.“
🩸🚨Okay, als ich den Screenshot gepostet habe, dachte ich, es sei ein UI-Fehler.
Dann sah ich auf dem Computer, dass der Preis nach dem Erreichen von 0 wieder zurückkam.
Jetzt gibt es Tausende von Liquidationen.
Das sieht nicht gut aus für @paradex ☠️ https://t.co/m4YbnfHkgN pic.twitter.com/QbKd3U432s
— Sniper ₿ (@sniiperrB) 19. Januar 2026
Angesichts des katastrophalen Fehlers kündigten die Paradex-Entwickler später auf Discord an, dass das Problem auf einen Fehler während der Datenbankmigration zurückzuführen sei. Um den Fehler zu beheben, entschied sich das Team für eine äußerst seltene und umstrittene Maßnahme – das „Zurücksetzen (Rollback)“. Clement Ho, technischer Leiter von Paradex, erklärte, dass das System auf den letzten korrekten Block vor Beginn der Wartung (Blockhöhe 1604710) zurückgesetzt werde. Das bedeutet, dass alle Transaktionen, Liquidationen und Ein- und Auszahlungen während des Fehlers „rückgängig gemacht“ werden, um die Börse in den Zustand vor dem Fehler zu versetzen. Obwohl dies die Nutzer rettet, die grundlos liquidiert wurden, werden gleichzeitig auch die normalen Gewinne während dieses Zeitraums ausgelöscht, was sowohl positive als auch negative Reaktionen hervorruft. In der Blockchain-Welt gilt das „Umschreiben der Geschichte“ stets als extrem und nur im Notfall akzeptabel, da es gegen die Kernprinzipien dezentraler Systeme verstößt – nämlich dass Transaktionen, sobald sie bestätigt sind, endgültig sind und nicht beliebig widerrufen werden dürfen. Aus diesem Grund ist es bei größeren Fehlern in öffentlichen Blockchains oder Protokollen üblich, nicht bereits abgeschlossene Transaktionen zurückzusetzen, sondern den Betrieb vorübergehend zu pausieren oder gezielte Patches anzuwenden, um das Risiko zu begrenzen. Im Vergleich dazu bedeutet der Einsatz des „Rollback“-Mechanismus, dass die bestehenden Schutzmechanismen vollständig versagt haben.