Präsident Bola Tinubu hat ein umfassendes Regulierungsregime für den digitalen Vermögenswertmarkt Nigerias eingeführt, angeführt vom Aufbau des Virtual Asset Regulatory Council.
Präsident Bola Tinubu hat einen umfassenden neuen Rahmen zur Regulierung des schnell wachsenden digitalen Vermögenswertmarkts des Landes vorgestellt und den Virtual Asset Regulatory Council (VARC) eingerichtet. Im Rahmen dieses Systems sind die Zentralbank Nigerias (CBN) und der Nigeria Revenue Service (NRS) gemeinsame Aufseher für nicht-sicherheitsbezogene virtuelle Vermögenswerte unter der Virtual Asset Regulatory Authority (VARA).
Laut einem lokalen Bericht positioniert sich das neue Rahmenwerk als strategisches Koordinationsorgan, das gemeinsam vom CBN-Gouverneur und dem NRS-Exekutivvorsitzenden geleitet wird. Dieses Maß an Koordination markiert einen bedeutenden Wandel in der Herangehensweise des Landes an Fintech. Rume Ophi, ein prominenter Branchenanalyst, bekannt als „Cryptopreacher“, sagte, dieser Schritt sei ein Wendepunkt für die Kryptoindustrie des Landes.
„In meinen fast 10 Jahren in dieser Branche ist dies eine der strukturiertesten regulatorischen Maßnahmen, die ich in Nigerias Krypto-Bereich gesehen habe“, sagte Ophi. „Die Einrichtung des VARC signalisiert einen bewussteren und koordinierten Ansatz bei der Überwachung digitaler Vermögenswerte. Da das VARC nicht-sicherheitsbezogene virtuelle Vermögenswerte überwacht, deutet dies auf klarere Klassifikationen und regulatorische Feinabstimmungen hin, während das Rahmenwerk sich weiterentwickelt.“
Ein zentrales Merkmal des Regimes ist die klare Unterscheidung zwischen Sicherheits- und nicht-sicherheitsbezogenen virtuellen Vermögenswerten. VARA wird sich auf nicht-sicherheitsbezogene Vermögenswerte wie Stablecoins, Zahlungstoken und tokenisierte Einlagen konzentrieren, während die nigerianische Wertpapier- und Börsenaufsicht weiterhin Vermögenswerte, die als Wertpapiere klassifiziert sind, regulieren wird.
Ophi betonte, dass dieser Übergang nicht nur administrativ ist, sondern die Erfüllung eines politischen Versprechens darstellt. „Was dies bedeutend macht, ist, dass es mit dem Wahlversprechen des Präsidenten im Jahr 2023 übereinstimmt, die Regierungspolitik zu reformieren, um den verantwortungsvollen Einsatz von Blockchain-Technologie und Krypto-Vermögenswerten zu fördern. Das sieht nach einem Versuch aus, diese Vision umzusetzen“, fügte er hinzu.
Die Einführung dieses neuen Rahmens erfolgt etwas mehr als einen Monat nach einer Phase erheblicher Spannungen zwischen Regulierungsbehörden und dem lokalen Tech-Ökosystem. Die nigerianische SEC hat kürzlich die Mindestkapitalanforderungen für digitale Vermögensfirmen deutlich erhöht – eine Maßnahme, die sofortige Kritik von Branchenführern und Experten hervorrief.
Kritiker argumentierten, dass diese erhöhten finanziellen Barrieren die inländische Innovation ersticken könnten und möglicherweise lokale Start-ups zwingen, ihre Aktivitäten in freundlichere Jurisdiktionen auszulagern.
Das Blockchain Industry Coordinating Committee of Nigeria, oder BICCON, war besonders lautstark in seiner Ablehnung und bezeichnete die Kapitalanforderungen als „unangemessen“. Um das lokale Ökosystem zu schützen, forderte die Vereinigung die SEC auf, in einen kooperativen Dialog zu treten, um eine ausgewogenere Lösung zu finden, die die Markteintegrität gewährleistet, ohne das Wachstum einheimischer Unternehmen zu gefährden.
Unter den neuen Vorgaben müssen sowohl lokale als auch Offshore-Plattformen registriert werden und strenge Know-Your-Customer- und Cybersicherheitsstandards erfüllen. Im Gegenzug für diese Konformität erhalten die Firmen eine formale Anerkennung und verbesserten Zugang zu traditionellen Bankdienstleistungen sowie die Berechtigung für regulierte Partnerschaften. Außerdem wird ein Virtual Asset Sandbox eingerichtet, in dem Unternehmen ihre Operationen unter Aufsicht testen können, während die Lizenzierungsregeln schrittweise eingeführt werden.
Während das Rahmenwerk sich an internationalen Modellen wie dem VARA in Dubai orientiert, wird es angeblich angepasst, indem bestehende Agenturen koordiniert werden, anstatt eine eigenständige Regulierungsbehörde zu schaffen.
„Ich sage es ganz offen: Wir haben noch nie ein so sichtbares Engagement für eine strukturierte Kryptowährungsregulierung gesehen“, sagte Ophi. „Anerkennung gebührt, wo sie verdient ist.“
Die Tinubu-Regierung sieht diese Bemühungen als Teil ihrer breiteren Strategie, die digitale Wirtschaft Nigerias zu vertiefen und das Ziel zu erreichen, bis 2030 eine Billion-Dollar-Wirtschaft aufzubauen. Ob das Rahmenwerk Innovation und Investorenvertrauen beschleunigt – oder eine weitere Bürokratisierungsschicht hinzufügt – wird sich in den kommenden Monaten zeigen, abhängig von der Umsetzung.