Tiefenanalyse von Fluent: Wie jede virtuelle Maschine zum LEGO-Baustein wird?

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Dieser Bericht wurde von Tiger Research verfasst. Jede Blockchain hat ihre eigenen LEGO-Steine. Fluent möchte erkunden, was passiert, wenn alle Steine auf derselben Grundplatte zusammenpassen.

Kernaussagen

  • Das Wettrüsten bei der Leistung neigt sich dem Ende zu, die Cross-VM-Komponierbarkeit wird die nächste Hauptkampflinie.
  • Fluents Hybrid-Execution-Technologie integriert EVM, SVM und Wasm auf derselben Chain und verabschiedet sich endgültig von Cross-Chain-Bridges.
  • Eine gute Chain allein garantiert nicht, dass gute Anwendungen kommen. Fluent baut derzeit eine Reputationsebene namens Prints auf, um den eigenen Wert zu beweisen.

1. Das Performance-Wettrennen ist vorbei, der nächste Kampf hat begonnen

Der Wettbewerb um Blockchain-Infrastruktur basiert auf Leistung – schneller, günstiger, mit höherem Durchsatz. Heute ist dieser Wettlauf im Wesentlichen beendet. Auf dem Markt gibt es bereits Dutzende von öffentlichen Chains, abgesehen von extremen Finanzszenarien ist Leistung längst kein Engpass mehr.

Rückblickend ist der echte Durchbruch bei Blockchains nie durch Leistung erzielt worden, sondern durch Komponierbarkeit. Der Sommer 2020 mit DeFi ist das beste Beispiel: Kredit- und Tauschprotokolle wurden miteinander kombiniert, Liquidität wurde auf mehreren Ebenen gestapelt. Das LEGO-ähnliche Zusammenfügen von Modulen war das größte Geheimnis jenes Sommers.

Doch diese Komponierbarkeit hat eine unsichtbare Barriere – sie gilt nur innerhalb derselben virtuellen Maschine. Ethereum-Module lassen sich nicht in Solana einfügen, und umgekehrt. Diese Barriere zwischen den VM ist genau das, was Fluent von Anfang an durchbrechen wollte.

2. Fluents Vorstellung vom LEGO-Grundboden

Fluent ist ein Projekt, das speziell entwickelt wurde, um die Grenzen zwischen virtuellen Maschinen aufzulösen. Kernlösung ist die „Hybrid-Execution“ – Anwendungen verschiedener VMs sollen auf derselben Chain kooperieren können.

Vergleichen wir es mit LEGO: Ethereum-Module sind quadratisch, Solana-Module sind rund. Beide haben ihre Stärken, aber ihre Maße passen nicht zusammen. Selbst wenn man eine Kredit-Application von Ethereum mit einer Trading-Application von Solana verbinden möchte, bleiben sie in ihren eigenen Boxen und lassen sich nicht zusammenbauen.

Fluent ist der einheitliche Grundboden. Als Ethereum Layer 2 übernimmt es die Sicherheit von Ethereum, arbeitet aber auf einer separaten Ausführungsebene. Architektonisch ist Fluent ähnlich wie Arbitrum, Base und andere Ethereum-L2s, nur im Ausführungsteil zeigt es echte Unterschiede.

Der Unterschied besteht nur an einer Stelle: Innerhalb von Fluent existieren Verträge, die in EVM, SVM und Wasm geschrieben sind, nebeneinander auf derselben Chain und teilen sich denselben Status. Wasm (WebAssembly) wurde ursprünglich für die Ausführung hochperformanter Programme im Browser entwickelt und kann Code in Sprachen wie Rust, C++ oder TypeScript in ein einheitliches Format umwandeln.

Fluent nutzt Wasm als Medium, um alle Verträge in ein gemeinsames Format namens rWasm (reduzierte Version von Wasm) zu übersetzen. Egal, ob die Module quadratisch oder rund sind, sie werden in eine einheitliche Spezifikation umgewandelt, sodass sie auf derselben Grundplatte frei kombiniert werden können. Das bedeutet, Solidity-Verträge können direkt Funktionen von Rust-Verträgen aufrufen – ohne Cross-Chain-Bridge, ohne Nachrichten-Relais, alles in einer einzigen Transaktion. Fluent nennt das „Hybrid-Execution“.

Derzeit läuft die Hybrid-Ausführung zwischen EVM und Wasm bereits im Testnetz; die Unterstützung für SVM ist fertig entwickelt und befindet sich in der Performance-Optimierung.

3. Mit Prints sprechen

Die Frage ist: Kann eine gute Chain automatisch hochwertige Anwendungen anziehen?

Antwort: Nein.

Hyperliquid ist ein lebendiges Beispiel. Das eigene Perpetual-Contract-DEX-Team gehört zu den erfolgreichsten Fällen im Krypto-Bereich. Vor Hyperliquid war der Web3-Markt noch ganz anders. Früher waren Teams auf Subventionsprogramme angewiesen, um externe Entwickler für Flaggschiff-Anwendungen zu gewinnen; heute entsteht eine neue Paradigma: Selbst bauen, um durch die eigenen Ergebnisse zu überzeugen.

Im Einklang mit diesem Trend baut Fluent eine Plattform namens Prints. Prints ist ein „Reputationsaggregator“, der verstreute Vertrauensdaten aus dem Internet an einem Ort zusammenführt, um echte Nutzer von Betrügern zu unterscheiden. Kurz gesagt, eine Plattform für Reputation im Informations- und Finanzzeitalter, die Bewertungen aus verschiedenen Quellen bündelt und übersichtlich darstellt.

Derzeit integriert Prints Ethos Trust Scores, Kaito Smart Follower-Daten und Talent Protocol Entwicklerbewertungen. Einzelne Metriken sind leicht manipulierbar, aber mehrere Dimensionen gleichzeitig zu fälschen, wird exponentiell schwieriger.

Für Nutzer ist Prints eine Art Web3-Reputations-Lebenslauf – auf einer Seite können sie der Welt ihre Vertrauenswürdigkeit in verschiedenen Bereichen beweisen. Für Entwickler ist es ein direkt in Anwendungen integrierbares Reputations-Tool.

Auf Prints baut Fluent außerdem Fluent Connect auf: Entwickler können auf die Reputation-Daten zugreifen, um Nutzer mit bestimmten Profilen zu filtern, und ihnen über die „Perks“-Funktion frühzeitigen Zugang oder Token-Vorteile gewähren. Im Kern ist das eine Plattform, die Entwickler und echte Nutzer präzise zusammenbringt.

Drittanbieter setzen bereits erste Signale: Vena Finance kündigt an, eine auf Prints-Daten basierende Reputation-Zinsmechanik einzuführen, die vertrauenswürdigen Nutzern günstigere Kreditkonditionen bietet. Seit dem Start hat die Plattform etwa 40.000 registrierte Nutzer, die API für Entwickler ist in der Entwicklung.

Natürlich ist Prints momentan stark von externen Diensten abhängig und verfügt noch nicht über eigene Reputation-Signale. Um diese Schwäche auszugleichen, hat Fluent ein internes Feedback-Bewertungssystem aufgebaut und plant, schrittweise weitere Datenquellen wie Prognosemärkte, Ertragsstrategien und KI-Agenten-Reputation zu integrieren.

4. Ökosystem-Landschaft

Prints befindet sich noch im Aufbau, eine vollständige Reputationsebene braucht Zeit. Fluent handelt nicht passiv, sondern fördert aktiv die Entwicklung – durch die Inkubation externer Entwickler im Rahmen des Blended Builders Club (BBC).

Die ersten fünf Teams sind:

  • Pump Pals: Social-Trading-Plattform, die gemeinschaftsgetriebene Kooperations-Trades ermöglicht
  • Sprout: Automatisierte Ertragsoptimierung, die anhand des Risikoprofils intelligente Investmentstrategien vorschlägt
  • Buzzing: Prognosemarkt, bei dem Nutzer eigene Märkte erstellen und frei wetten können
  • Yumi Finance: On-Chain-Kredit-Infrastruktur, die Kreditbewertungen in Krypto-Karten integriert und „Buy Now, Pay Later“-Modelle unterstützt
  • Blend Money: On-Chain-Sparplattform, bei der Nutzer in lokaler Währung einzahlen, während das System automatisch Ertragsstrategien und Währungsabsicherungen durchführt

Pump Pals, Sprout und Buzzing haben bereits die Testnet-Phase durchlaufen. Bemerkenswert ist, dass Fluent das Testnetz anders versteht als die meisten Chains: Für sie ist es nur eine Airdrop-Quelle mit bedeutungslosen Operationen; Nutzer führen repetitive, sinnlose Aktionen aus, und Teams interpretieren die künstlich hochgehaltenen Daten fälschlicherweise als echte Nachfrage.

Fluent sieht das Testnetz neu: Es ist eine „Feedback-Sammelstelle“, bei der echtes Nutzerfeedback direkt an die Entwickler geht, um Produkte zu verbessern. Nutzer, die qualitativ hochwertiges Feedback geben, sammeln Reputation in Prints und erhalten Priorität bei zukünftigen Vorteilen. Anwendungen werden nicht alle gleichzeitig veröffentlicht, sondern in Wellen, damit jedes Team ausreichend und fokussiertes Feedback erhält.

Neben dem BBC entstehen weitere Kräfte im Ökosystem. Nerona ist eine Asset-Management-Plattform, die mobile Apps, Krypto-Karten, Erträge aus Stablecoins und Kreditfunktionen integriert. Früher waren diese Funktionen verstreut, das Kapital lag lange ungenutzt; Nerona bündelt sie, sodass das Kapital ständig in Bewegung bleibt. Mit den Reputation-Daten von Prints kann die Plattform differenzierte Zinsen und Konditionen anbieten, ähnlich wie Vena Finance mit Reputation-basierten Zinsen.

5. Die Vision von Fluent

Fluent verfolgt drei parallele Ziele:

Erstens, die Chain selbst. Die Hybrid-Execution ermöglicht die freie Kombination von EVM-, SVM- und Wasm-Anwendungen auf derselben Chain. Die technische Richtung ist klar: EVM-Wasm-Hybrid läuft bereits stabil im Testnetz. Die Integration von SVM ist noch in der Optimierung, ob alle drei VMs im Mainnet reibungslos zusammenarbeiten, bleibt abzuwarten.

Zweitens, Prints. Das Konzept, mehrere Reputationssignale zu aggregieren und zu verifizieren, ist überzeugend – einzelne Metriken lassen sich fälschen, aber mehrere Dimensionen gleichzeitig zu manipulieren, ist deutlich schwieriger. Derzeit sind die integrierten Signale noch begrenzt und größtenteils externen Diensten entlehnt. Ob Prints eigene Reputationssignale entwickeln und eine interne Validierungsschleife aufbauen kann, wird die Zeit zeigen.

Drittens, das Ökosystem. Der BBC fördert Entwickler, Vena Finance und Nerona versuchen, Reputation mit Finanzkonditionen zu verknüpfen. Die meisten Projekte sind noch früh, manche nur Konzepte. Wie sie echtes Nutzerwachstum erreichen, bleibt abzuwarten.

Fluent ist noch in der Frühphase, aber von Anfang an wurde Chain, Produkt und Ökosystem als integrierte Struktur konzipiert, was bereits eine Skizze des Endzustands ist. Erste Erfolge sind sichtbar: Hybrid-Execution läuft im Testnetz, die Print-basierte Service-Implementierung beginnt.

Im vergangenen Zyklus sind zahlreiche Layer-2-Lösungen entstanden, doch die meisten basierten nur auf Leistungszahlen und wurden letztlich vernachlässigt. Ob Fluent diesem Schicksal entkommt, hängt von den echten Nutzerzahlen und der Chain-Aktivität im Mainnet ab – das ehrlichste Urteil.

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