Krypto-Steuererhebung CRS naht, drei praktische Tipps für Krypto-Spieler

TechubNews

Schreiben: Rechtsanwalt Liu Honglin

In letzter Zeit fragen mich viele Freunde aus der Krypto-Szene immer wieder dasselbe: „Ich habe gehört, Hongkong beginnt, Informationen über Kryptowährungen zu melden. Sind meine Krypto-Vermögenswerte auf ausländischen Börsen noch sicher? Wird die Steuerbehörde in Festlandchina davon erfahren? Muss ich Steuern nachzahlen?“

Diese Ängste sind nicht unbegründet.

Bis 2025 steht die globale Steuertransparenz vor einer „präzisen Zielerfassung“ bei Kryptowährungen. Als Jurist mit Schwerpunkt Web3 möchte ich heute mit euch über den sogenannten „Crypto-Asset Reporting Framework“ (CARF), auch bekannt als „Krypto-Asset-Berichtssystem“, sprechen und darüber, was das für unser Portemonnaie bedeutet.

Was ist CARF?

In den letzten zehn Jahren hat die traditionelle Finanzwelt einen großen „Waffen“ namens CRS (Common Reporting Standard). Einfach gesagt: Wenn du in China wohnst und im Ausland ein Bankkonto hast, tauschen die ausländischen Banken deine Kontoinformationen mit der chinesischen Steuerbehörde aus.

Doch CRS hat eine große Schwachstelle: Es kann Kryptowährungen nicht erfassen. Früher, wenn du dein Geld in USDT umwandelst und in deiner Wallet lagerst oder bei Binance, OKX handelst, sieht die Steuerbehörde das nicht.

Jetzt gibt es einen Patch. CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) wurde speziell entwickelt, um diese Lücke zu schließen.

Seine Kernlogik lautet: Da du als dezentrale Person nicht direkt erfasst werden kannst, sucht man nach „Mittelsmännern“, die für dich tätig sind.

Wer muss berichten? Börsen (CEX), OTC-Händler, sogar einige Token-Emittenten.

Was wird berichtet? Deine persönlichen Daten (Name, Steuer-ID), wie viele Coins du gekauft hast, wie viele verkauft, und an welche Wallet-Adresse du Coins transferiert hast.

Das bedeutet: Künftig ist jede Transaktion auf regulierten Börsen und bei Dienstleistern für die Steuerbehörden „nackt“ sichtbar.

Im CARF-Zeitalter stehen folgende Verhaltensweisen vor hohen Steuer- und Offenlegungsrisiken:

  • Ein- und Auszahlungen mit Stablecoins (USDT/USDC): Denk nicht, nur weil du in Stablecoins wechselst, ist alles in Ordnung. CARF schreibt klar vor, dass der Tausch von Kryptowährungen in Fiat oder Kryptowährungen untereinander (z.B. BTC in USDT) meldepflichtig ist. Jeder Tausch kann steuerlich als „Verkauf“ gewertet werden, mit Gewinn- und Verlustrechnung und Steuerpflicht.

  • Große OTC-Transaktionen: Früher tauschte man Geld offline bei OTC-Händlern. In Zukunft wird Hongkong OTC-Händler regulieren und sie sind verpflichtet, große Transaktionen zu melden.

  • DeFi und Airdrops: Obwohl DeFi schwerer zu kontrollieren ist, werden Transaktionen, bei denen eine klare „Steuerungsperson“ (z.B. Projektteam mit Verwaltungsrechten) beteiligt ist, sowie Erträge aus DeFi-Mining bei zentralisierten Börsen ebenfalls erfasst.

  • Coins auf Cold Wallets: Du könntest sagen: „Ich schiebe meine Coins auf eine Cold Wallet, das reicht.“ Das funktioniert nicht. Denn Börsen müssen die „Coin-Abhebungen“ und die Empfänger-Wallet-Adressen dokumentieren. Wenn diese Cold Wallet-Adresse in Zukunft mit Fiat-Geschäften interagiert (z.B. Kauf eines Hauses, Autos oder Veräußerung über eine Börse), kann die Steuerbehörde durch Blockchain-Analysetools diese Adresse deinem Konto zuordnen und deine gesamte Historie nachvollziehen.

Ein Irrglaube: „In Festlandchina ist Krypto-Trading illegal, also muss ich keine Steuern zahlen?“

Für in Festlandchina ansässige Nutzer ist die Aufmerksamkeit auf CARF vor allem wegen der aktuellen Maßnahmen Hongkongs relevant. Obwohl Hongkong „Ein Land, zwei Systeme“ ist, haben sich die Steuerinformationsaustauschmechanismen mit Festlandchina längst verbunden.

Laut einem Konsultationspapier der Hongkonger Regierung, das Ende 2024 bis Anfang 2025 veröffentlicht wird, ist der Zeitplan bereits sehr klar:

  • 2025–2026: Hongkonger Gesetzgebung zur Festlegung der Steuerregeln.

    1. Januar 2027: Offizieller Beginn der Datenaufzeichnung. Ab diesem Tag werden alle Transaktionen auf lizenzierten Hongkonger Börsen und OTC-Plattformen vom System erfasst.
  • 2028: Die Hongkonger Steuerbehörde beginnt, diese Daten an andere Steuerbehörden (einschließlich Festlandchina) zu übermitteln. Zukünftig wird Hongkong kein Steuerparadies mehr sein, sondern eine „Zwischenstation“ für Steuerinformationen.

Viele Freunde denken: „Die Regierung sagt, Bitcoin-Transaktionen sind illegale Finanzaktivitäten. Wenn sie mich nicht schützt, warum soll ich Steuern zahlen?“

Aus Sicht eines Anwalts: Das ist nicht unbedingt so.

Der Kernpunkt ist: Das Steuerrecht schaut auf die „Substanz“. Für das Steueramt ist es egal, ob dein Einkommen legal (z.B. Gehalt) oder grau (z.B. Krypto-Trading) ist. Solange du Geld verdienst (also „Einkünfte“ generierst), besteht Steuerpflicht.

In den letzten Jahren wird in Festlandchina zunehmend „digitale Steuererhebung“ umgesetzt. Früher wusste das Finanzamt nichts von deinen Auslandsgütern, also konnte es nicht kontrollieren. Mit CARF, wenn Hongkong deine Transaktionsdaten (z.B. „Zhang San, chinesischer Personalausweis xxx, Gewinn 1 Million US-Dollar im Jahr 2027 auf einer Börse“) direkt an das Festlandsteueramt übermittelt, und dieses die Daten abgleicht, ohne Meldung deinerseits löst das eine Warnung aus.

Drei praktische, regelkonforme Tipps

Angesichts der zunehmenden Transparenz bei der Besteuerung von Kryptowährungen ist Panik unbegründet. Denn die Einhaltung der Vorschriften ist der Weg für die Web3-Branche, und Steuerkonformität ist ein unvermeidlicher Schritt. Aus dieser Perspektive ist dies auch eine erhoffte Entwicklung.

Um die Steuerpflicht bei Kryptowährungen sicher und positiv zu gestalten, hier drei rationale Compliance-Strategien:

Tipp 1: Überprüfe deine „Steuerwohnsitz“-Identität neu

CARF basiert auf deinem „Steuerwohnsitz“. Wenn du einen Pass eines kleinen Landes hast (z.B. St. Kitts, Vanuatu), aber dauerhaft in Shanghai/Beijing lebst und dein Lebensmittelpunkt in Festlandchina liegt, bist du weiterhin steuerlich in Festlandchina ansässig. Wenn du das Risiko wirklich isolieren willst, solltest du eine substantielle Steuerplanung vornehmen – nicht nur eine Identität annehmen, sondern tatsächlich in eine steuerlich günstige Region umziehen (z.B. Dubai, Singapur), um die steuerliche Verbindung zu deinem bisherigen Wohnsitz zu kappen.

Tipp 2: Vermögensinventar und historische Trennung

2027 ist das Jahr der Datenaufnahme. Vorher solltest du eine umfassende Vermögensübersicht machen. Unterscheide „Bestandsvermögen“ und „Wachstumsvermögen“. Bei größeren Altlasten empfiehlt es sich, einen Steuerberater zu konsultieren, um zu prüfen, ob eine steuerliche Deklaration oder Umstrukturierung im Rahmen des Fensterzeitraums notwendig ist. Warte nicht, bis die Daten 2028 ausgetauscht werden, um passiv zu reagieren.

Tipp 3: Verabschiede dich von „illegalen Methoden“, und setze auf legale Strukturen

Für Web3-Gründer und vermögende Privatpersonen: Vermeide große Transaktionen mit persönlichen Konten. Nutze Familien-Trusts, Offshore-Gesellschaften oder andere legale Strukturen, um Vermögen zu halten. Zwar kann CARF „wirkliche Kontrolleure“ durchdringen, aber legale Strukturen helfen, rechtliche Risiken zu minimieren und Steuerplanung zu ermöglichen. Bleibe außerdem fern von illegalen Geldwäsche-Netzwerken. CARF arbeitet mit Anti-Geldwäsche-Mechanismen (AML) zusammen. Wenn die Geldkette eines illegalen Netzwerks entdeckt wird, geht es nicht nur um Steuern, sondern auch um strafrechtliche Konsequenzen.

Das „Wilde Web3-Zeitalter“ geht zu Ende. Mit CARF tritt die Regulierung von Kryptowerten in den globalen Fokus.

Für uns Nutzer in Festlandchina ist „Unsichtbarkeit“ nicht mehr möglich. Zukünftig zählt nur noch die „Compliance“-Fähigkeit. Da man dem nicht entkommen kann, ist es besser, sich frühzeitig mit einer „Schutzweste“ auszustatten und innerhalb der Regeln das eigene Vermögen zu schützen.

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