François Villeroy de Galhau, Mitglied des EZB-Rats und Gouverneur der Banque de France, warnt, dass die jüngsten politischen Entscheidungen der USA das Vertrauen der globalen Investoren untergraben und die Grundlagen für die dominierende Rolle des USD schwächen. Seiner Ansicht nach stehen die Säulen, die das Vertrauen in den Dollar einst sicherten, unter zunehmendem Druck.
Zunächst sorgen politische Kritik an der US-Notenbank für Bedenken hinsichtlich ihrer Unabhängigkeit, einem Kernfaktor für die finanzielle Glaubwürdigkeit. Zudem führen protektionistische Maßnahmen wie Zölle zu einer verringerten globalen Integration und ermutigen Länder, ihre Abhängigkeit vom USD-basierten System zu reduzieren. Die fiskalische Disziplin schwächt sich ab, hohe Haushaltsdefizite und Schuldenrisiken erschüttern die Position von US-Staatsanleihen als „sicherer Hafen“. Schließlich fördern Bedenken, dass das Zahlungssystem in USD „militarisiert“ wird, die Suche nach alternativen Infrastrukturen und eine multilaterale Währungordnung, in der die Rolle sicherer Vermögenswerte in Euro ernsthaft in Betracht gezogen werden sollte.