Dank steigender Halbleiterexporte und einer Verbesserung der Inlandsnachfrage zeigte die südkoreanische Wirtschaft im letzten Jahr eine Erholungsphase, doch das Wachstum blieb auf einem relativ niedrigen Niveau, während die Warnsignale einer strukturellen Krise weiterhin laut wurden.
Im Jahr 2025 verzeichnete unser Land eine Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,8 %. Dies ist das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener Faktoren, darunter die Entspannung der globalen Lieferketten, eine Ausweitung der staatlichen Fiskalausgaben, die Erholung des privaten Konsums und die Erholung der Halbleiterindustrie. Besonders die Halbleiterexporte führten die Gesamtexportwelle an, und die einst in der Pandemiephase geschwächte Schlüsselindustrie beginnt wieder aufzuleben.
Unter dem Schutzhandelsthema in den USA stiegen die Exporte im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 % auf 709,7 Milliarden US-Dollar, was erstmals die Marke von 700 Milliarden US-Dollar überstieg. Hauptkategorien wie Autos und Halbleiter erreichten neue Rekordwerte, was als Signal gewertet wird, dass die inländische Produktionswettbewerbsfähigkeit trotz hoher globaler Logistikkosten weiterhin stabil ist. Auch die Aktienmärkte reagierten positiv: Am ersten Handelstag des neuen Jahres 2026 durchbrach der KOSPI-Index erstmals die Marke von 4300 Punkten.
Trotz verbesserter Daten bleibt die Stabilität der südkoreanischen Wirtschaft jedoch fragil. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) senkte ihre Wachstumsprognose für Südkorea von ursprünglich 2,2 % auf 2,1 %. Es wird auch prognostiziert, dass das Wirtschaftswachstum 2026 auf 1,7 % sinken könnte, falls die Halbleiterexporte das aktuelle Niveau nicht halten können. Hinzu kommen Unsicherheiten auf den Devisenmärkten, wobei die Abwertung des Won zu Währungsumtauschverlusten für Unternehmen und steigenden Importpreisen führen könnte.
Darüber hinaus verschärfen die Alterung der Bevölkerung und die niedrige Geburtenrate die Situation, wodurch die Zahl der erwerbsfähigen Bevölkerung abnimmt. Die industrieelle Struktur, die bisher auf traditionelle Fertigung ausgerichtet war, verliert in einem technologiegetriebenen globalen Wirtschaftsumfeld zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. Zusammen mit der Instabilität auf dem Immobilienmarkt und den hohen privaten Verschuldungen besteht weiterhin das Risiko, dass diese Faktoren die Realwirtschaft jederzeit erschüttern könnten.
Die Wirtschaftsexperten warnen ebenfalls. Der Präsident des Korea Chamber of Commerce and Industry, Choi Tae-yoon, bezeichnete dieses Jahr als die „letzte Chance, die Richtung unserer Wirtschaft zu bestimmen“. Er betonte, dass, wenn die Trägheit des Hochwachstums nicht durchbrochen und neue Wachstumsimpulse nicht geschaffen werden, die Wirtschaft in eine negative Wachstumsphase geraten könnte.
Angesichts dieser Situation ist es dringend erforderlich, grundlegende Strukturreformen voranzutreiben, um sicherzustellen, dass die aktuelle Erholung der südkoreanischen Wirtschaft nicht nur eine vorübergehende Gegenbewegung bleibt, sondern in nachhaltiges Wachstum umschlägt. Wie man die gegenwärtige Erholung optimal nutzt, wird vermutlich die Zukunft unseres Wirtschaftswachstums in den kommenden Jahren maßgeblich bestimmen.