Aufgrund von Kreditkontrollmaßnahmen kam es zu einem temporären Stillstand bei den Kreditkartensaldos, doch im Oktober und November des letzten Jahres verzeichnete dieser Bereich zwei aufeinanderfolgende Monate wieder ein Wachstum. Besonders im Zuge der Zunahme von Umschuldungen zwischen den Kreditkartenunternehmen sowie im Kontext einer wirtschaftlichen Abschwächung und strengerer Kreditvergaberegeln bei Banken, zeigt sich die finanzielle Lage der Haushalte zunehmend angespannt.
Laut Angaben des Kreditfinanzierungsverbands belief sich der Kreditkartensaldo der neun größten Kreditkartenunternehmen (Lotte, BC, Samsung, Shinhan, Woori, Hana, Hyundai, KB Kookmin, NH Nonghyup Card) zum Ende November 2023 auf 42,5529 Billionen Won, was einem Anstieg von 1,14 % im Vergleich zum Vormonat entspricht. Dies ist die höchste monatliche Wachstumsrate seit über einem Jahr und folgt auf einen Zuwachs von 0,57 % im Oktober, womit eine Aufwärtstendenz von zwei aufeinanderfolgenden Monaten erreicht wurde. Dies steht im deutlichen Gegensatz zu den vier aufeinanderfolgenden Monaten des Rückgangs von Juni bis September letzten Jahres.
Kreditkartenkredite sind in der Regel einfacher zu beantragen und erfordern geringere Genehmigungshürden als Bankkredite, weshalb sie eine wichtige Finanzierungsquelle für Personen mit dringendem Kapitalbedarf darstellen. Im Juni letzten Jahres beschränkte die Finanzkommission die Gesamthöhe der Kreditvergaben an Haushalte auf etwa 100 % des Jahreseinkommens der Einzelpersonen, wobei auch Kreditkartenkredite eingeschlossen wurden. Durch diese Maßnahme kam es zunächst zu einem Rückgang der Nachfrage nach Kreditkartenkrediten, doch im vierten Quartal kehrte die Nachfrage wieder in den Wachstumsmodus zurück.
Besonders auffällig ist die Zunahme des Saldos bei Umschuldungskrediten auf Kreditkarten. Dabei handelt es sich um Kunden, die ihre bestehenden Kreditkartenschulden nicht begleichen konnten und erneut bei derselben Kreditkartenfirma Kredite aufnehmen, um alte Schulden zu tilgen. Dieser Saldo stieg kontinuierlich von 1,3611 Billionen Won im September auf 1,5029 Billionen Won im November. Branchenexperten sind der Ansicht, dass seit dem vierten Quartal, aufgrund verschärfter Kontrollen der Gesamtzahl an Haushaltskrediten durch Geschäftsbanken, Verbraucher, die Schwierigkeiten haben, Kredite bei Banken zu erhalten, verstärkt auf Kreditkartenunternehmen ausweichen.
Hinter diesem Trend stehen auch strukturelle Faktoren wie die allgemeine wirtschaftliche Abschwächung und die Verschlechterung der privaten Finanzlage. Einige private Investoren, die auf den Anstieg der Aktienkurse spekulieren, sind wieder aktiv geworden, indem sie “Kredit-Investitionen” tätigen. Für den November wird zudem angenommen, dass die nach den Mid-Autumn-Ferien im Oktober verzögerte Kapitalnachfrage eine Rolle bei der aktuellen Entwicklung spielt.
Die Kreditkartenbranche rechnet auch in diesem Jahr mit einer eher pessimistischen Lage. Einerseits sinken die Provisionseinnahmen durch die Reduzierung der Gebühren für Händler, andererseits ist das Kreditgeschäft durch behördliche Kontrollen in seinem Wachstum eingeschränkt. Die Kreditratings für Südkorea gehen davon aus, dass die Branche auch in diesem Jahr eine vorsichtige und stabile Managementstrategie beibehalten wird.
Kurzfristig ist es wahrscheinlich, dass dieser Trend anhält. Solange die konservative Kreditvergabepolitik der Banken unverändert bleibt, dürfte das Wachstum der Kreditkartenkredite als Alternative zu Notfallfinanzierungen anhalten. Allerdings bleibt die anhaltend hohe Zinsumgebung eine Herausforderung, da die Zinsbelastung der Haushalte und das Risiko von Zahlungsverzügen zunehmend in den Fokus rücken.