Hinweis: Kürzlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kevin Warsh als nächster Kandidat für die US-Notenbank in Betracht gezogen wird, stark gestiegen. James Thorne, Chefstratege bei Wellington-Altus, analysiert die Möglichkeiten und die Bedeutung von Warsh als potenziellen nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve. Goldene Finanzübersetzung.
Der Schwerpunkt der US-Wirtschaftspolitik verschiebt sich von isolierten Einzelpersonen hin zu einem eng vernetzten Netzwerk: Kevin Warsh, Stanley Druckenmiller und Scott Bessent, die alle jetzt mit Donald Trumps Lager übereinstimmen. Sie versuchen, ein 15 Jahre andauerndes Experiment der keynesianischen Nachfragesteuerung zu beenden und durch ein angebotsorientiertes System zu ersetzen, das auf produktivem Kapital und nicht auf Finanzengineering basiert.
Mit der Entscheidung über den nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve wird dieses Netzwerk plötzlich von entscheidender Bedeutung.
Seit Jahren ist die Strategie einfach: Fiskalische Anreize gepaart mit extrem lockerer Geldpolitik zur Unterstützung der Nachfrage, was zu einer „Vermögensreichtum für die Eigentümer, Armut für die Arbeiter“-Wirtschaft führt — Märkte steigen, aber die Produktivität bleibt schwach, und die Einkommensverteilung ist ungleich.
Warsh und Druckenmiller sind frühe Insider, die bereits erklärt haben, dass dieses Modell am Ende ist. Sie sind der Ansicht, dass quantitative Lockerung (QE) und finanzielle Unterdrückung die Märkte verzerrt haben und reale Investitionen behindern. Ihre Kritik ist kein Anti-Markt-Statement; vielmehr warnen sie, dass Bewertungen nicht dauerhaft die Kapitalbildung ersetzen können.
Nun bietet Bessent eine fiskalische und industrielle Gegenstütze. Er greift auf die Tradition des Hamiltonismus zurück, dessen Strategie auf Deregulierung, steuerliche Investitionsanreize und gezielte Zölle setzt, um Produktion und Kapitalausgaben wieder in die USA zu holen, sodass private Kapitalanlagen durch Investitionen in Energie, Fertigung und Technologie profitieren können, anstatt auf politisch getriebene Multiplikator-Effekte zu setzen. Die Regierung setzt die Regeln; der private Sektor übernimmt die Umsetzung.
Die Verbindungen zwischen den Persönlichkeiten machen den Wettbewerb um den Vorsitz der Federal Reserve besonders spannend. Warsh und Druckenmiller arbeiten eng zusammen und verbinden die Perspektive eines ehemaligen Federal Reserve Directors mit den Erfahrungen eines der erfolgreichsten Makro-Investoren unserer Zeit. Bessent stammt ebenfalls aus der gleichen global-makroökonomischen Investmentrichtung, sodass Warsh und Bessents Ansichten nicht nur ideologisch übereinstimmen, sondern auch gemeinsame Mentoren, Methoden und Markterfahrungen teilen. Druckenmiller ist das Bindeglied zwischen ihnen.
Vor diesem Hintergrund ist die potenzielle Rolle Warshs als Vorsitzender der Federal Reserve von entscheidender Bedeutung. Er ist einer der wenigen Kandidaten, deren Werdegang bereits mit Bessents Projekt übereinstimmt: Er ist skeptisch gegenüber Interventionen auf der Bilanz und Machtexpansionen, hat aber eine realistische Haltung zur Steuerung eines hochverschuldeten, dollardominierten Systems, ohne eine Schocktherapie zu riskieren. Eine von Warsh geführte Federal Reserve könnte ihre Befugnisse einschränken, die Bilanz im Laufe der Zeit normalisieren und gleichzeitig die Zinsen im Sinne einer angebotsorientierten Agenda senken, ohne eine neue Runde des Finanzengineerings auszulösen. Trump bietet politischen Schutz; Bessent kontrolliert fiskalische und industrielle Hebel; Warsh verankert eine fokussierte, marktnahe Zentralbank; Druckenmiller verbindet Zentralbank und Markt.
Verstehen Sie jetzt, warum Warsh ein ausgezeichneter Vorsitzender der Federal Reserve sein könnte, warum er die Arbeit von Bessent gut nachvollziehen und unterstützen kann und warum die Verbindung zu Druckenmiller dieses Netzwerk so bemerkenswert macht?