Am 25. Februar gab JPMorgan bekannt, dass die Vereinigten Arabischen Emirate aus seinem Kern-Frontier-Markt-Anleihenindex entfernt werden, wobei mehrere Benchmarks, einschließlich des EMBI Global Diversified Index, entsprechend angepasst werden. Derzeit beträgt das Gewicht der Emirate in den relevanten Indizes etwa 4,1 %. Diese Anpassung wird am 31. März 2026 eingeleitet und in vier Phasen schrittweise das Gewicht reduzieren, mit vollständiger Entfernung bis zum 30. Juni 2026.
Der Hauptgrund für die Anpassung liegt darin, dass die Pro-Kopf-Einkommen der Emirate drei Jahre in Folge die Schwelle für Schwellenländer übertroffen haben, was dem „Einkommens-Abschluss“-Mechanismus entspricht. Dank hoher Öl- und Gas-Einnahmen, wachsendem Tourismus und wirtschaftlicher Diversifizierung verbessert sich die makroökonomische Lage der Emirate kontinuierlich. Zudem befindet sich die Kreditwürdigkeit der Regierung bereits im AA-Rating-Bereich und nähert sich zunehmend den Strukturen entwickelter Volkswirtschaften. Zuvor hatten Katar und Kuwait aufgrund ihrer wirtschaftlichen Reife ähnliche Indexanpassungen durchlaufen.
Nach Plan werden neu ausgegebene Anleihen der Emirate nicht mehr für die Aufnahme in den Index qualifizieren, während bestehende Anleihen durch den schrittweisen Gewichtsabbau automatisch aus dem Index ausscheiden. Das stufenweise Verfahren soll die Auswirkungen der Indexanpassung auf den globalen Anleihemarkt minimieren und Asset-Management-Firmen, passiven Fonds sowie ETFs ausreichend Zeit für Rebalancing bieten, um Verkaufsdruck zu verringern.
Da Milliarden von Dollar an Gelder an den JPMorgan-Frontier-Markt-Anleihenindex gebunden sind, könnte die Entfernung kurzfristig zu Kapitalabflüssen und einer leichten Ausweitung der Spreads führen. Allerdings wird allgemein erwartet, dass die schrittweise Anpassung die Volatilität im Griff hält. Langfristig könnten die Emirate nach dem Ausscheiden aus dem Frontier-Index mehr Investitionen aus entwickelten Märkten anziehen, die Attraktivität internationaler Asset-Allokation steigern und potenziell die Refinanzierungskosten stützen. Diese Index-Neuklassifizierung zeigt zudem, dass sich die Struktur globaler Anleiheindizes im Zuge des Einkommenswachstums der Volkswirtschaften dynamisch weiterentwickelt.