FOMC-Protokolle zeigen Fokus auf kurzfristigen Refinanzierungsdruck, Prognose für nur eine Zinssenkung im Jahr 2026 und den Kauf von Staatsanleihen zur Stabilisierung der Marktliquidität.
Die Federal Reserve (Fed) veröffentlichte am 30. Dezember die Protokolle der Dezember-Sitzung, die eine Veränderung im Fokus der Beamten aufzeigen.
Laut einem Bericht von CoinDesk wird bei den Fed-Beamten zunehmend Wert darauf gelegt, ob das Finanzsystem über ausreichend Bargeld verfügt, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten, während die Aufmerksamkeit für Zinssatzänderungen relativ abnimmt.
Die Protokolle offenbaren ein Risiko, das kaum Beachtung findet: Der Druck auf den kurzfristigen Refinanzierungsmarkt könnte sich unbemerkt aufbauen und kurzfristig zu Marktvolatilität führen.
Obwohl die Beamten die Reservebestände des Bankensystems als ausreichend beschreiben, weist CoinDesk darauf hin, dass die Reservebestände derzeit in einem sensiblen Bereich liegen. In diesem Bereich könnten geringfügige Schwankungen im Kapitalbedarf die Übernacht-Kreditkosten erhöhen und somit den Liquiditätsdruck verstärken.
Die Protokolle betonen mehrfach Anzeichen für eine Verknappung des kurzfristigen Refinanzierungsmarktes, einschließlich relativ hoher Repo-Sätze und zunehmender Volatilität. Diese Signale veranlassen die Fed, sich Sorgen zu machen, dass selbst bei stabilen Zinsen das Finanzsystem weiterhin technische Liquiditätsprobleme haben könnte.
Bildquelle: FOMC-Protokolle Abschnitt zu Reservebeständen
Die Fed beschloss im Dezember letzten Jahres, den Leitzins um einen Viertelpunkt zu senken, wodurch die Zielspanne für den Federal Funds Rate auf 3,5 % bis 3,75 % gesenkt wurde. Dies ist die dritte Zinssenkung in Folge im Jahr 2025, hauptsächlich weil die Beamten allgemein der Ansicht sind, dass das monatliche Beschäftigungswachstum sich verlangsamt und die Arbeitslosenquote steigt, was eine moderate Entspannung der restriktiven Geldpolitik notwendig macht.
Laut einem Bericht der internationalen Medienagentur Reuters wächst jedoch die Meinungsverschiedenheit innerhalb der Fed, während die Zinsen allmählich auf ein neutrales Niveau sinken, das weder die Wirtschaft stimuliert noch dämpft.
Die Protokolle zeigen, dass der Entscheidungsprozess im Dezember äußerst feinsinnig und tiefgründig war, wobei einige Befürworter einer Zinssenkung zugaben, dass es eine ausgeglichene Entscheidung war, und sogar angaben, dass sie ursprünglich auch die Beibehaltung des Zinssatzes unterstützt hätten.
Allerdings zeigt die Wirtschaftsprognose, die nach der Dezember-Sitzung veröffentlicht wurde, dass im Jahr 2026 voraussichtlich nur eine Zinssenkung erfolgen wird, wobei die zukünftige Kapitalflüssigkeit eine entscheidende Rolle für die Wirtschaft spielen wird.
Die neue geldpolitische Erklärung deutet an, dass die Fed derzeit eine abwartende Haltung einnimmt, bis mehr Daten zeigen, dass die Inflation weiter zurückgeht oder die Arbeitslosenquote unerwartet steigt, bevor weitere Maßnahmen ergriffen werden.
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Um auf Liquiditätsrisiken zu reagieren, skizzieren die Protokolle die geplanten präventiven Maßnahmen der Fed.
Die Fed plant, Anfang 2026 vor dem saisonalen Anstieg des kurzfristigen Kapitaldrucks durch den Kauf von kurzfristigen Staatsanleihen die Reservebestände auf einem ausreichenden Niveau zu halten, um einen Liquiditätsmangel zu verhindern, einen reibungslosen Marktablauf zu gewährleisten und keine geldpolitische Kursänderung vorzunehmen.
Zudem hat die lange Schließung der US-Regierung, die 43 Tage dauerte, zu Verzögerungen bei offiziellen Datenveröffentlichungen geführt, was die Einschätzung der Wirtschaftsprognosen durch die Beamten beeinflusst hat.
Für die zukünftige Geldpolitik wird die Fed vom 27. bis 28. Januar eine weitere Sitzung abhalten. Die Daten von FedWatch der CME Group zeigen, dass die Märkte derzeit allgemein erwarten, dass die Fed bei dieser Sitzung unverändert bleibt und die aktuellen Zinsen beibehält.
Bildquelle: FedWatch Die Fed startet Anleihekaufprogramm, Zinssätze im Januar voraussichtlich unverändert