In der koreanischen Kryptoindustrie gibt es eine wegweisende Entscheidung. Das Bezirksgericht Seoul Südstadt hat entschieden, dass Jong-hwan Lee, CEO eines inländischen Krypto-Asset-Management-Unternehmens, wegen Manipulation von Token-Preisen zum eigenen Vorteil zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wird. Zudem wird eine Geldstrafe von 500 Millionen Won verhängt und etwa 846 Millionen Won illegaler Erlös eingezogen. Der Fall betrifft einen illegalen Gewinn von etwa 7,1 Milliarden Won (ca. 48,8 Millionen US-Dollar) und ist der erste Verurteilungsfall seit Inkrafttreten des Gesetzes zum Schutz der Nutzer virtueller Vermögenswerte in Südkorea.
Das Gericht gab bekannt, dass Jong-hwan Lee zwischen dem 22. Juli 2024 und dem 25. Oktober 2024 durch automatisierte Handelssysteme falsche Handelsvolumina erzeugte und wiederholt sogenannte “Spoofing”-Aufträge erteilte, um den Preis des ACE-Tokens zu manipulieren. Daten zeigen, dass das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen dieses Tokens vor seiner Manipulation bei etwa 160.000 Einheiten lag, während es am Tag nach Aktivierung des Programms auf 2,45 Millionen Einheiten anstieg. Untersuchungen ergaben, dass etwa 89 % der Transaktionen mit ihm in Zusammenhang standen.
Der Richter betonte, dass solche Handlungen die Marktgerechtigkeit erheblich beeinträchtigen und das Vertrauen der Investoren schädigen. Da der Angeklagte während des Gerichtsverfahrens keine Reue zeigte, seien strenge Strafen notwendig. Neben dem Hauptangeklagten wurde auch Min-cheol Kang, ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens, wegen Unterstützung bei der Marktmanipulation zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung für drei Jahre verurteilt. Obwohl einige Beweise für die beteiligten Beträge vom Gericht nicht vollständig anerkannt wurden, wurde dennoch eine Mittäterschaft beider Parteien festgestellt.
Dieses Urteil gilt als bedeutender Meilenstein in der Regulierung von Kryptowährungen in Südkorea. Das Gesetz zum Schutz der Nutzer virtueller Vermögenswerte, das seit Juli 2024 in Kraft ist, wurde erstmals erfolgreich angewandt. Gleichzeitig arbeitet die koreanische Gesetzgebung an einem “Grundgesetz für digitale Vermögenswerte”, um die Bereiche Stablecoins, Initial Coin Offerings (ICOs) und andere zu regulieren.
Branchenexperten sehen in diesem Fall ein deutliches Signal: Die wichtigsten Volkswirtschaften Asiens beschleunigen den Aufbau eines strengeren Marktrechts für Kryptowährungen. Jegliche Versuche, Preise zu manipulieren oder falsche Liquidität zu erzeugen, werden mit harten rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.