Im Anschluss an die Ankündigung des Stablecoin-Giganten Circle, Interop Labs zu übernehmen, geriet das native Token des Axelar-Ökosystems AXL schnell unter Druck. Daten zeigen, dass AXL nach Bekanntgabe der Nachricht am Dienstag zeitweise um etwa 13% auf 15% gefallen ist und damit zum Marktfokus wurde. Obwohl die Transaktion den Wert der Interoperabilitätstechnologie von Axelar bestätigt, führte die klare Ausschließung des AXL-Tokens und des Axelar-Netzwerks selbst aus dem Übernahmeumfang zu einer deutlichen Abkühlung der Investorenstimmung.
Interop Labs ist das ursprüngliche Kernentwicklungsteam des Axelar-Netzwerks, das langfristig für das Design und die Implementierung des Cross-Chain-Kommunikationsprotokolls verantwortlich ist. Laut der Mitteilung wird Circle das Ingenieurteam von Interop Labs sowie dessen proprietäres geistiges Eigentum übernehmen, um die eigenen Fähigkeiten im Bereich Blockchain-Interoperabilität, Stablecoin-Infrastruktur und Zahlungsnetzwerke zu stärken. Gleichzeitig wird die weitere Wartung und Entwicklung des Axelar-Ökosystems mehrheitlich von einem weiteren langjährigen Beitragenden, Common Prefix, übernommen.
Axelar ist ein Blockchain-Netzwerk, das sich auf Cross-Chain-Kommunikation und Asset-Transfers spezialisiert hat und dessen zugrunde liegende Technologie in der Branche anerkannt ist. Allerdings sind die Marktteilnehmer allgemein der Ansicht, dass diese Akquisition keinen direkten wirtschaftlichen Nutzen für die AXL-Inhaber bringt. AXL nimmt weder an Transaktionsgewinnen teil, noch wird es für zusätzliche Kaufnachfrage genutzt, und es besitzt keine Governance- oder Kontrollrechte an den übernommenen Vermögenswerten. Dies ist der Kerngrund für die Verkaufswelle des Tokens.
Die schnelle Reaktion der Händler spiegelt einen zunehmend klaren Trend wider: Bei M&A-Aktivitäten in der Kryptoindustrie legen potenzielle Käufer oft mehr Wert auf Engineering-Talente, geistiges Eigentum und Infrastruktur für Unternehmenseinsätze, anstatt auf native Tokens im offenen Netzwerk. Bei diesem Beispiel erwirbt Circle die Interoperabilitätstechnologie und Engineering-Fähigkeiten, um Stablecoin- und Zahlungs-Ökosysteme zu erweitern, während der AXL-Token kaum eine strukturelle Verbindung zu dieser geschäftlichen Integration aufweist.
Dieses Ereignis stellt erneut die traditionelle Erzählung in Frage, dass „Protokoll-Erfolg zwangsläufig den Token-Preis steigen lässt“. Mit der zunehmenden Reife von Krypto-M&A-Aktivitäten kann es sogar passieren, dass der Token-Preis aufgrund erhöhter Unsicherheit unter Druck gerät, wenn er nicht in die Handelsgestaltung oder Wertschöpfungsmechanismen eingebunden ist. (CoinDesk)