Jede Münze kostet 20.000 US-Dollar Verlust! Bitcoin-Miner fliehen in Scharen, die „Mining-Schwierigkeit“ sinkt um 7,8%

Der Bitcoin-Mining-Sektor steht vor einer schweren Bewährungsprobe. Mit fallenden Kursen, explodierenden Energiekosten und zunehmenden geopolitischen Risiken geraten viele Miner in die Lage, „je mehr sie graben, desto mehr verlieren sie“.

Die On-Chain-Datenplattform Checkonchain zeigt mit ihrem „Difficulty Regression Model“ (das die durchschnittlichen Produktionskosten anhand der Netzwerk-Schwierigkeit und Energieeinsatz schätzt), dass die Kosten für das Mining eines Bitcoins bis zum 13. März auf 88.000 US-Dollar gestiegen sind.

Allerdings schwankt der Spotpreis von Bitcoin zum Zeitpunkt des Schreibens bei etwa 68.000 US-Dollar. Das bedeutet, dass Miner bei der Produktion eines Bitcoins fast 20.000 US-Dollar Verlust machen; umgerechnet verliert man bei der Gewinnung eines Blocks 21 %.

Kostensturm und geopolitische Doppelbelastung: Ölpreis über 100 US-Dollar als Todesurteil

Seit dem Hoch bei 126.000 US-Dollar im Oktober letzten Jahres, das auf unter 70.000 US-Dollar gefallen ist, wurde die Gewinnspanne der Miner kontinuierlich eingeschränkt. Kürzlich ausgelöste Konflikte im Iran haben die Situation zusätzlich verschärft und gelten als letzter Strohhalm, der die Profitabilität endgültig zerbricht.

Der internationale Ölpreis hat die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel durchbrochen, was die enormen Stromkosten für das Mining direkt in die Höhe treibt. Betroffen sind etwa 8 % bis 10 % der globalen Hash-Rate, die in Regionen mit extrem sensibler Energieversorgung im Nahen Osten angesiedelt sind und die stärksten Auswirkungen spüren.

Hinzu kommt, dass die Kontrolle über den etwa 20 % der globalen Öl- und Gaslieferung ausmachenden Hormuz-Straße (Strait of Hormuz) nahezu zum Stillstand gekommen ist. Zudem hat US-Präsident Donald Trump eine „letzte Frist von 48 Stunden“ gesetzt und droht, iranische Kraftwerke anzugreifen. Diese geopolitischen Kettenreaktionen verschärfen die Lage für die Miner weiter.

Netzwerkdaten alarmieren: Hash-Rate-Verlust und Blockzeitenverlängerung

Anzeichen für den Rückzug der Miner spiegeln sich zunehmend in den Netzwerkkennzahlen wider.

Die Mining-Schwierigkeit von Bitcoin wurde kürzlich um 7,76 % auf 133,79 T gesenkt. Dies ist die zweitgrößte Reduktion seit 2026, nach einem Rückgang um 11,16 % im Februar infolge des „Fern“-Sturms (Fern Wintersturm). Derzeit liegt die Schwierigkeit deutlich unter dem Höchststand von fast 155 T im November 2025, und ist fast 10 % niedriger als zu Jahresbeginn.

Zudem ist die gesamte Netzwerk-Hash-Rate deutlich auf etwa 920 EH/s zurückgegangen, weit entfernt vom Rekord von 1 Zettahash (1.000 EH/s) im Jahr 2025.

Der Hash-Rate-Verlust führte dazu, dass die durchschnittliche Blockzeit im letzten Anpassungszyklus auf 12 Minuten und 36 Sekunden verlängert wurde, deutlich über den ursprünglich geplanten 10 Minuten.

Verkaufsschwemme: Mehr als nur Branchenkrise, auch strukturelles Marktrisiko

Laut dem Hash-Price-Index der Luxor-Mine, der die erwarteten Einnahmen pro Hash-Rate-Einheit misst, liegt dieser derzeit bei etwa 33,30 US-Dollar pro PH/s pro Tag. Dieser Wert nähert sich fast dem Break-even-Punkt für die meisten Miner und ist nur noch einen Schritt entfernt vom historischen Tief bei 28 US-Dollar am 23. Februar.

Wenn die Einnahmen die Kosten nicht mehr decken, bleibt den Minern nur noch, ihre Bitcoins zu verkaufen, um zu überleben.

Dieses erzwungene Abverkaufen setzt den ohnehin schwachen Markt zusätzlich unter Druck. Derzeit befinden sich rund 43 % aller Bitcoins in Verlustzone, große Investoren (Whales) verkaufen bei Kursanstiegen, und hochgehebelte Positionen dominieren die Preisentwicklung. Damit wird der Druck auf die Miner nicht nur zur Branchenkrise, sondern zu einem bedeutenden Einflussfaktor auf die Marktstruktur.

Miner im Überlebenskampf: KI- und Rechenleistungstransformation

Angesichts des „Verlust-auf-Tag-und-Nacht“-Problems beginnen börsennotierte Miner, sich neu zu orientieren, indem sie ihre Rechenkapazitäten in den Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und Hochleistungsrechnen (HPC) verlagern, um stabilere Cashflows zu erzielen. Große Miner wie Marathon Digital und Cipher Mining bauen auf bestehenden Anlagen Rechenzentren aus.

Laut CoinWarz-Analysen wird die nächste Anpassung der Mining-Schwierigkeit voraussichtlich Anfang April erfolgen, wahrscheinlich mit weiteren Reduktionen. Falls der Bitcoin-Preis nicht schnell wieder die 88.000 US-Dollar-Marke erreicht, wird die „Miner-Flucht“ weiter anhalten.

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