
US Securities and Exchange Commission (SEC) und Commodity Futures Trading Commission (CFTC) veröffentlichten am 17. März gemeinsam einen 68-seitigen Rahmen zur Klassifizierung von Krypto-Assets, in dem XRP offiziell als „Digital Commodity“ eingestuft wird, neben Bitcoin, Ethereum und Solana. Damit wird bestätigt, dass XRP kein Wertpapier im Sinne des Bundesrechts ist, und beendet eine fünfjährige regulatorische Streitigkeit. Am Freitag lag der XRP-Preis jedoch bei etwa 1,44 USD und zeigte Schwäche.
Der gemeinsame Rahmen teilt Krypto-Assets in fünf Kategorien ein, wobei XRP in die erste Kategorie fällt:
Digital Commodities: XRP, Bitcoin, Ethereum, Solana, Cardano, Dogecoin und 10 weitere Vermögenswerte, die an die CFTC übertragen werden
Digital Collectibles: Einzigartige Vermögenswerte (z.B. NFTs)
Digital Utilities: Funktionale Token mit bestimmten Anwendungszwecken
Payment Stablecoins: Fiat-gekoppelte Stablecoins
Digital Securities: Vermögenswerte, die weiterhin vollständig von der SEC reguliert werden
Die zentrale Begründung für die Einstufung von XRP als Digital Commodity ist: Der Wert basiert auf der tatsächlichen Funktion des XRP Ledgers als Zahlungs- und Überweisungsnetzwerk, nicht auf den Renditeversprechen, die Ripple den Investoren gemacht hat. Dies ist das Argument, das Ripple im fünfjährigen Rechtsstreit stets vorgebracht hat, und die SEC hat diese Ansicht nun offiziell anerkannt. SEC-Vorsitzender Paul Atkins sagte, die Klärung der regulatorischen Grenzen „hätte schon längst erfolgen sollen“, und betonte, dass man plant, eine Safe-Harbor-Regelung für Krypto-Unternehmen zu schaffen.
Am Tag der Bekanntgabe stieg XRP auf 1,60 USD und erreichte den höchsten Stand seit Mitte Februar, konnte den Anstieg jedoch nicht halten. Am nächsten Tag kündigte die Federal Reserve an, die Zinsen unverändert zu lassen, gleichzeitig die Inflationsprognose für 2026 auf 2,7 % anzuheben und nur eine Zinssenkung im Jahr zu erwarten. Daraufhin fiel XRP um 5,3 % auf 1,46 USD.
B. Riley Chief Market Strategist Art Hogan kommentierte die aktuelle Marktdynamik: „Wenn du mir nur den Ölpreis heute sagst, kann ich dir sagen, wie sich der Markt entwickeln wird.“ Brent-Öl erreichte zwischenzeitlich über 119 USD pro Barrel, während geopolitische Spannungen die globale Risikobereitschaft weiterhin drücken.
Im Vergleich zu Juli 2023, als Richter Torres entschied, dass XRP kein Wertpapier ist, stieg der Token innerhalb weniger Tage um 75 %. Die Marktreaktion war diesmal jedoch zurückhaltender. Citigroup-Strategist Alex Sanders erklärte, dass regulatorische Katalysatoren die Krypto-Adoption vorantreiben werden, aber das US-Gesetzgebungsfenster für 2026 schließt sich allmählich, was erklären könnte, warum positive Nachrichten noch nicht in anhaltende Kurssteigerungen umgesetzt werden.
Der 27. März ist der letzte Termin für die SEC, um die verbleibenden Anträge auf Spot-XRP-ETFs zu prüfen. Dieser Termin gilt als der aktuell wichtigste Katalysator in den Marktnews. Seit Einführung haben Spot-XRP-ETFs 1,44 Milliarden USD an Zuflüssen verzeichnet, wobei 84 % davon von Privatanlegern stammen; letzte Woche verzeichnete der XRP-ETF einen Nettoabfluss von 28 Millionen USD, während Bitcoin-ETFs in derselben Zeit 7,67 Milliarden USD an Zuflüssen erhielten. Die Abwesenheit institutioneller Gelder ist deutlich sichtbar.
Langfristig ist die Gesetzgebung ebenfalls im Blick. Senator Lummis kündigte an, dass der Senatsausschuss für Banken im zweiten Halbjahr April das „Clarity Act“ vorantreiben will; Senator Moreno warnte, dass ohne Fortschritt vor Mai die Gesetzesinitiative 2026 kaum vorankommen wird. Derzeit ist der Klassifizierungsrahmen ein interpretatives Dokument, kein bindendes Bundesgesetz. Erst die Verabschiedung des „Clarity Act“ im Kongress würde die Vermögenskategorisierung rechtlich festigen.
Die Klassifizierung als Digital Commodity bedeutet, dass XRP im Bundesrecht kein Wertpapier ist und von der CFTC statt der SEC reguliert wird. Dies beseitigt rechtliche Unsicherheiten für Börsen, die XRP listen möchten, erlaubt Banken und institutionellen Investoren, XRP im Rahmen des Commodity-Gesetzes zu halten, und schafft eine klarere rechtliche Grundlage für die Genehmigung von Spot-XRP-ETFs.
Die Einstufung als Commodity beseitigt regulatorische Hürden beim Kauf von XRP, bietet aber keinen direkten Kaufanreiz. Die restriktive Geldpolitik der Federal Reserve, hohe Ölpreise, die die Risikobereitschaft dämpfen, das noch ausstehende Engagement institutioneller Investoren sowie makroökonomische Unsicherheiten begrenzen die Kursentwicklung von XRP.
Es ist der letzte Termin für die SEC, die Anträge auf die letzten Spot-XRP-ETFs zu prüfen. Eine positive Entscheidung könnte den institutionellen Marktzugang erleichtern und gilt allgemein als potenzieller Katalysator, um XRP über 2,00 USD steigen zu lassen.