
Kryptowährungsbörse Kraken hat ihre Börsengangpläne (IPO) vorerst gestoppt, wie zwei Insider berichten. Das Unternehmen kündigte im November letzten Jahres die Börsennotierung an, zog den Plan jedoch innerhalb von weniger als vier Monaten zurück, hauptsächlich aufgrund anhaltender Schwäche auf dem Kryptomarkt seit dem Rückgang vom Rekordhoch im Oktober 2025. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Finanzchefin (CFO) Stephanie Lemmerman bereits Anfang dieses Jahres entlassen wurde.
Der IPO-Stopp von Kraken erfolgte vor dem Hintergrund eines plötzlichen Einbruchs des Kryptomarktes insgesamt. Seit dem Rückgang vom zyklischen Hoch im Oktober 2025 bleibt Bitcoin (BTC) unter Druck und liegt zum Zeitpunkt dieses Berichts bei etwa 71.155 USD. Sinkende Vermögenspreise und schwächere Handelsvolumina setzen Börsen-ähnliche Unternehmen erheblich unter Druck, was die Bewertung und das Investorenvertrauen beeinträchtigt und den Zeitpunkt für einen Börsengang erschwert.
Kraken-Muttergesellschaft Payward äußerte sich dazu: „Wie wir im November bekannt gaben, haben wir bei der SEC eine Vertraulichkeitsanmeldung eingereicht. Das ist alles, was wir derzeit teilen können.“
Vor der Bekanntgabe des IPO-Stops hatte Kraken eine Reihe von Kapital- und Personalmaßnahmen abgeschlossen:
Abschluss von 800 Mio. USD Finanzierung: Kraken sammelte bei einer Bewertung von 20 Milliarden USD 800 Mio. USD, darunter 200 Mio. USD von Citadel Securities. Das Kapital soll genutzt werden, um Pläne voranzutreiben, traditionelle Finanzmärkte in Blockchain-Infrastrukturen zu integrieren.
Geheime Einreichung des S-1: Payward reichte am 19. November letzten Jahres vertraulich einen S-1-Entwurf bei der SEC ein, der die geplante Erstemission von Stammaktien betrifft.
Entlassung der CFO: Insider berichten, dass Stephanie Lemmerman, die Finanzchefin, Anfang dieses Jahres entlassen wurde. Dies geschah vor dem IPO-Stopp und wirft Fragen zur Bereitschaft des Unternehmens für den Börsengang auf.
2025 war ein Jahr des Booms für Kryptowährungsunternehmen an der Börse. Laut PitchBook-Daten gingen mindestens 11 Krypto-Firmen an die Börse und sammelten insgesamt 14,6 Milliarden USD, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 310 Millionen USD im Jahr 2024. Circle Internet (CRCL), Bullish (BLSH) und Gemini Space Station (GEMI) gingen 2025 erfolgreich an die Börse.
Doch das Marktumfeld 2026 ist deutlich herausfordernder. Das Krypto-Depotunternehmen BitGo ist bislang das einzige digitale Vermögensunternehmen, das 2026 einen IPO abgeschlossen hat, wobei die Aktie seit dem Börsengang um 44 % gefallen ist. Im Vergleich dazu plant das Tokenisierungsunternehmen Securitize (in enger Zusammenarbeit mit BlackRock), weiterhin an die Börse zu gehen und strebt nach SEC-Zulassung im zweiten Quartal eine sofortige Umsetzung an.
Laura Katherine Mann, Partner bei White & Case, erklärt: „Wenn 2025 das Jahr der digitalen Vermögenswerte war, liegt der Fokus 2026 auf Finanzinfrastruktur. Die nächsten IPO-Kandidaten werden mehr Wert auf Compliance, wiederkehrende Einnahmen und operative Resilienz legen, anstatt auf hochvolatilitätsgetriebene Handelsmodelle.“
Laut Insider ist der Hauptgrund für den Stopp die anhaltende Schwäche des Kryptomarktes seit Oktober 2025. Nach dem Rückgang vom Rekordhoch sind das Handelsvolumen und die Bewertungen unter Druck geraten, was den Börsengang ungünstig erscheinen lässt. Insider berichten, dass Kraken eine erneute Prüfung des Börsengangs in Betracht ziehen könnte, sobald sich die Marktbedingungen verbessern.
Die Muttergesellschaft Payward hat bei einer Bewertung von 20 Milliarden USD 800 Mio. USD Kapital aufgenommen, darunter 200 Mio. USD von Citadel Securities. Trotz des IPO-Stopps hat das Unternehmen vertraulich einen S-1 bei der SEC eingereicht, was zeigt, dass die Börsennotierung nicht vollständig aufgegeben wurde.
Der Markt für Krypto-IPO im Jahr 2026 steht vor erheblichen Herausforderungen. Das einzige digitale Vermögensunternehmen, BitGo, hat seit dem Börsengang 44 % an Wert verloren. Branchenanalysten sind der Ansicht, dass zukünftige erfolgreiche Börsengänge stärker auf Compliance, stabile Einnahmen und operative Stärke setzen werden, anstatt auf hochvolatilitätsgetriebene Geschäftsmodelle.