Am 13. März wurde berichtet, dass sich mit der anhaltend angespannten Lage im Nahen Osten die treibenden Faktoren für den Bitcoin-Preis verändern. James Butterfill, Forschungsleiter bei der Digital-Asset-Management-Firma CoinShares, erklärte, dass der Einfluss traditioneller makroökonomischer Indikatoren auf Bitcoin schwächer werde, während geopolitische Risiken allmählich zum zentralen Variablen für den Markt werden.
Seit langem ist die Entwicklung von Bitcoin eng mit makroökonomischen Indikatoren wie Zinserwartungen, Beschäftigungsdaten und Geldmengenliquidität verbunden. Doch Butterfill wies darauf hin, dass sich die Marktperformance in letzter Zeit deutlich verändert hat. Beispielsweise lagen die neuesten Beschäftigungszahlen in den USA deutlich unter den Erwartungen, doch der Bitcoin-Preis zeigte keine signifikante Korrektur. Im Gegenteil, im Zuge der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten flossen Mittel vermehrt in Bitcoin und andere sichere Anlagen.
Daten zeigen, dass seit der Verschärfung der Spannungen zwischen Israel und Iran der Bitcoin-Preis um etwa 6 % gestiegen ist. Gleichzeitig stieg der Goldpreis nur um etwa 1 %, während einige Aktienmärkte Rückgänge verzeichneten. Butterfill ist der Ansicht, dass dieses Verhalten darauf hindeutet, dass Investoren Bitcoin zunehmend als Asset-Allocation-Werkzeug in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten betrachten.
Gleichzeitig wird die Entwicklung auf den Energiemärkten genau beobachtet. Iran warnte, dass eine weitere Ausweitung des Konflikts die globalen Ölpreise erheblich steigen lassen könnte, im Extremfall sogar auf 200 US-Dollar pro Barrel. Ein Anstieg der Energiepreise könnte die weltweite Inflation erneut anheizen und Einfluss auf die Geldpolitik haben.
Nach traditioneller Finanzlogik würden steigende Ölpreise, zunehmender Inflationsdruck und eine verlangsamte Wirtschaftswachstumsrate normalerweise Druck auf risikoreiche Anlagen ausüben. Doch der aktuelle Bitcoin-Preis zeigt kein entsprechendes Verhalten. Butterfill betont, dass diese Abweichung von der klassischen makroökonomischen Logik Beachtung verdient, da sie möglicherweise eine Neubewertung der Rolle von Bitcoin durch die Investoren widerspiegelt.
Auch die Kapitalflüsse liefern Hinweise. Daten zeigen, dass institutionelle Investoren in den letzten drei Wochen kontinuierlich Mittel in Krypto-Asset-Produkte investiert haben. Butterfill erklärt, dass dieser Trend darauf hindeutet, dass einige Institutionen Bitcoin als ein Asset in einem instabilen geopolitischen Umfeld ansehen, das gehalten werden kann, anstatt es als riskantes Asset schnell zu verkaufen.