
Das Kryptowährungverwahrungsunternehmen Anchorage Digital kündigte die Integration mit Puffer Finance an, um institutionellen Kunden die direkte Teilnahme am Ethereum-Liquiditäts-Re-Staking auf Anchorage’s Verwahrplattform zu ermöglichen. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Ankündigung können institutionelle Nutzer ETH, die sie bei Anchorage halten, re-staken und im selben Konto die Puffer-Liquiditäts-Re-Staking-Token pufETH erhalten.
Der größte Unterschied dieser Integration besteht darin, dass sie die höchsten Hürden für institutionelle Kunden beim Re-Staking vollständig eliminiert – keine eigenständige Betreibung von Ethereum-Validatoren und keine komplexe Verwaltung der Staking-Infrastruktur.
Für traditionelle institutionelle Investoren bedeutet das Betreiben von Validator-Knoten technische Wartungskosten, regulatorische Komplexität und das Risiko von Slashing durch Betriebsfehler. Anchorage’s Integration kapselt diese technischen Komplexitäten vollständig ab, sodass Institutionen:
· Staking-Operationen innerhalb des bestehenden Anchorage-Kontos durchführen
· pufETH-Token (repräsentieren die re-staked ETH-Positionen) direkt im Konto empfangen
· pufETH flexibel auf unterstützten Chains in DeFi-Anwendungen einsetzen, während Staking und Re-Staking-Belohnungen kontinuierlich akkumuliert werden
· Den Transfer von Geldern zwischen mehreren Plattformen vermeiden, um Betriebsrisiken und regulatorische Komplexität zu reduzieren
Anchorage erklärt, dass diese Integration Teil einer breiteren Strategie ist, den Zugang institutioneller Kunden zu On-Chain-Diensten über die Plattform zu erweitern. Zu den angebotenen Diensten gehören auch Staking, Governance und Clearing.
Re-Staking ist eine in den letzten Jahren aufkommende Ertragsstrategie im Ethereum PoS-Ökosystem. Das Kernprinzip besteht darin, bereits gestakete ETH durch Re-Staking-Protokolle erneut zu deployen, um die Sicherheit anderer dezentraler Dienste zu gewährleisten und zusätzliche Protokoll-Belohnungen zu verdienen.
Das gesamte Re-Staking-Ökosystem basiert auf EigenLayer, einem von Eigen Labs entwickelten Protokoll, das es ermöglicht, gestakete ETH oder Liquiditäts-Staking-Token als Sicherheitsgarantie für On-Chain-Dienste außerhalb des Ethereum-Netzwerks bereitzustellen. Laut den neuesten Daten von DefiLlama beläuft sich der Gesamtwert (TVL) der Liquiditäts-Staking-Protokolle auf etwa 7,2 Milliarden USD.
Derzeit dominieren folgende Akteure den Markt: ether.fi mit etwa 5,6 Milliarden USD TVL, gefolgt von Kelp DAO (ca. 1 Milliarde USD) und Renzo (ca. 217 Millionen USD). Anchorage’s Partner Puffer Finance verwaltet derzeit rund 62 Millionen USD an ETH im Re-Staking.
Die Integration spiegelt einen breiteren Markttrend wider: Institutionelle Verwahrungsunternehmen und Investoren erkunden zunehmend Re-Staking-Strategien, um zusätzliche Erträge aus gehaltenen ETH zu erzielen. Im Oktober letzten Jahres kündigte SharpLink Gaming an, 200 Millionen USD ETH in seinem Treasury mittels ether.fi und EigenCloud auf der Linea-Plattform für Staking und Re-Staking zu deployen.
Gleichzeitig bereitet sich Anchorage Digital aktiv auf die nächste Entwicklungsphase vor. Berichten zufolge sucht das Unternehmen im Januar nach einer neuen Finanzierungsrunde in Höhe von 200 bis 400 Millionen USD und prüft die Möglichkeit eines Börsengangs (IPO) im kommenden Jahr.
pufETH ist ein Liquid Restaking Token, ausgegeben von Puffer Finance. Jeder pufETH repräsentiert eine bestimmte Menge ETH, die über das Puffer-Protokoll re-staked wurde. Nach dem Erwerb kann ein institutioneller Nutzer, während die zugrunde liegenden ETH und die Re-Staking-Belohnungen kontinuierlich akkumuliert werden, pufETH in unterstützten DeFi-Anwendungen auf Chain (z.B. Lending, Liquidity Provision) einsetzen, um die Kapitalnutzung zu optimieren.
Anchorage besitzt die erste bundesstaatliche Krypto-Banklizenz in den USA, was es ermöglicht, unter strengen bankähnlichen Regulierungsrahmen Dienstleistungen für institutionelle Kunden anzubieten. Für Institutionen, die unter strengen regulatorischen Vorgaben operieren, reduziert dies die regulatorischen Hürden und das Treuhandrisiko erheblich, da Re-Staking in einer regulierten Verwahrumgebung (statt in dezentralen Wallets) erfolgt.
Puffer Finance verwaltet derzeit etwa 6,2 Millionen USD TVL, deutlich weniger als ether.fi mit 5,6 Milliarden USD. Der Unterschied liegt jedoch in der technischen Architektur, insbesondere bei der Sicherheit durch EigenLayer’s AVS (Active Validation Service) und der Offenheit für Partnerschaften mit Institutionen. Anchorage hat sich für Puffer entschieden, möglicherweise auch wegen der Flexibilität und Kompatibilität der Technologie.