Drei Jahre später endlich genehmigt! Revolut wird zur voll lizenzierte Bank in Großbritannien und startet eine globale Expansionsstrategie in Milliardenhöhe von Pfund Sterling

Revolut erhält von der britischen PRA die vollständige Banklizenz, beendet eine dreijährige Überwachungsphase, bietet bis zu 120.000 Pfund Einlagensicherung und startet eine globale Expansionsplanung in Höhe von 10 Milliarden Pfund.

Ende der Überwachungsphase, Revolut erhält vollständige Banklizenz von der britischen PRA

Der Fintech-Gigant Revolut hat nach über drei Jahren langer Antragstellung und Wartezeit im März 2026 einen bedeutenden Durchbruch erzielt. Die britische Prudential Regulation Authority (PRA) hat die Beschränkungen für die Banklizenz des Unternehmens offiziell aufgehoben, was symbolisiert, dass Revolut die sogenannte „Mobilisierungsphase“ erfolgreich abgeschlossen hat und nun in Großbritannien als Vollbank operieren darf.

Diese regulatorische Marathonlauf begann 2021, als das in London ansässige Unternehmen erstmals eine Banklizenz beantragte. Obwohl der Prozess voller Hindernisse war, erhielt es im Juli 2024 nach der Genehmigung einer eingeschränkten Lizenz für Systemtests die letzte Hürde. Nun unterliegt es gemeinsam mit der Financial Conduct Authority (FCA) strengen Auflagen, vergleichbar mit traditionellen Banken.

Der Wert des Fintech-UNicorns ist auf etwa 75 Milliarden Pfund gestiegen, und die Betriebsgröße reicht aus, um mit etablierten Banken wie Lloyds, NatWest und Barclays konkurrieren zu können. Revolut hat in Großbritannien über 13 Millionen Nutzer und weltweit mehr als 70 Millionen.

Bildquelle: Bloomberg Revolut CEO Nik Storonsky

CEO Nik Storonsky betont, dass die Expansion in den britischen Bankensektor stets eine langfristige strategische Priorität des Unternehmens war. Großbritannien als Ursprungsland des Unternehmens ist dabei von entscheidender Bedeutung für das globale Wachstum.

Die vollständige Genehmigung stärkt nicht nur die führende Position im Zahlungs- und Digitalfinanzsektor, sondern zeigt auch weltweit, dass Revolut die gleichen regulatorischen und Sicherheitsstandards wie traditionelle Finanzinstitute erfüllt.

Vollständiger Schutz für Verbraucher, Einlagensicherung deutlich erhöht

Mit der Vollbanklizenz bietet Revolut seinen Kunden vor allem eine verbesserte Absicherung. Das Unternehmen hat eine neue Einheit, Revolut Bank UK Ltd, gegründet und plant, in den kommenden Monaten schrittweise bestehende Konten auf die neue Plattform zu übertragen. Das Highlight dieser Übertragung ist, dass qualifizierte Einlagen durch das Financial Services Compensation Scheme (FSCS) geschützt sind.

Laut aktueller Ankündigung erhalten Nutzer im Falle einer Bankenpleite bis zu 120.000 Pfund (ca. 160.000 USD) pro Kunde vollständig erstattet. Das ist eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den Schutzmaßnahmen bei früheren E-Geld-Instituten und stärkt das Vertrauen bei Großanlegern.

Revolut wird in der nächsten Woche die ersten voll funktionsfähigen Girokonten für neue Nutzer einführen und innerhalb weniger Wochen schrittweise für alle bestehenden Nutzer öffnen. Die bestehenden Bankencodes, Kontonummern und IBANs bleiben unverändert, sodass Nutzer nahtlos ihre gewohnte App und Karte weiterverwenden können.

Neben dem klassischen Einlagengeschäft ermöglicht die Vollbanklizenz Revolut auch die Vergabe verschiedener Kreditprodukte, darunter Privatkredite und Kreditkarten. Um seine Verpflichtung gegenüber dem britischen Markt zu demonstrieren, plant das Unternehmen Investitionen von 3 Milliarden Pfund in Großbritannien und die Schaffung von 1.000 hochqualifizierten Arbeitsplätzen, um seine Position als zentrale Finanzinfrastruktur zu festigen.

Klare Trennung zwischen realen und digitalen Vermögenswerten, Krypto und Einlagen getrennt betrieben

Obwohl Revolut sich weiterhin als „krypto-freundlich“ bezeichnet, sind nach Erhalt der Vollbanklizenz die Grenzen zwischen traditionellen Finanzmitteln und digitalen Vermögenswerten klarer gezogen. Kryptowährungshandel, Rohstoffe und Aktieninvestitionen werden von eigenständigen rechtlichen Einheiten innerhalb des Konzerns betrieben und sind vollständig vom neuen Bankgeschäft getrennt.

Das bedeutet, dass Nutzer zwar über eine einzige App verschiedene Vermögenswerte verwalten können, Kryptowährungen jedoch nicht durch das FSCS geschützt sind. Dieses hybride Finanzmodell zeigt die Balance zwischen Geschäftsexpansion und regulatorischer Compliance, um das Risiko hoher Schwankungen bei digitalen Vermögenswerten vom traditionellen Bankgeschäft fernzuhalten.

Dennoch verzichtet Revolut nicht auf die Weiterentwicklung im Web3-Bereich. Die im Jahr 2024 gestartete professionelle Handelsplattform Revolut X bietet britischen Nutzern den Handel mit über 100 Token und bleibt dabei gebührenfrei. Im Dezember 2025 kooperierte das Unternehmen zudem mit Trust Wallet, um Nutzern den direkten Kauf von Kryptowährungen mit Revolut-Guthaben zu ermöglichen.

Außerdem wurde Revolut in das FCA-Regulierungs-Sandbox-Programm aufgenommen, um Tests für fiat-gekoppte Stablecoins im Zahlungs- und Abwicklungssystem durchzuführen. Diese Initiativen zeigen, dass Revolut bestrebt ist, Innovationen im digitalen Vermögensbereich mit bankähnlichen Regulierungsstandards zu verbinden und den Nutzern eine transparentere und sicherere digitale Finanzwelt zu bieten.

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Auf dem Weg zur globalen Präsenz bis 2030, Investition von 10 Milliarden Pfund in 30 neue Märkte

Die Erlangung der Vollbanklizenz in Großbritannien ist nur ein Teil der globalen Strategie von Revolut. Das Unternehmen hat eine ehrgeizige Investitionsplanung für die Zukunft: Bis 2030 sollen insgesamt 10 Milliarden Pfund (etwa 13 Milliarden USD) in die Expansion fließen, um 30 neue Märkte zu erschließen und weltweit rund 10.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Derzeit hat Revolut auch offiziell einen Antrag auf eine Banklizenz bei den US-Behörden eingereicht, was den Willen unterstreicht, in den wichtigsten Finanzmärkten der Welt Fuß zu fassen. Das Unternehmen, das 2015 mit nur einem Währungstauschservice begann, hat sich inzwischen zu einem bedeutenden Akteur im globalen digitalen Bankensektor entwickelt.

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Marktanalysen gehen davon aus, dass die Transformation zu einer Vollbank erheblichen Druck auf traditionelle Finanzinstitute und andere Fintechs ausüben wird. Mit einer zunehmend stabilen Position bei Einlagen, Krediten und vielfältigen Investitionen wird die Nutzerbindung voraussichtlich weiter steigen. Das Unternehmen prüft zudem aktiv den Börsengang, wobei die stabile Banklizenz eine wichtige Voraussetzung für den Zugang zum Kapitalmarkt darstellt. Durch die langfristige Kommunikation mit Regulierungsbehörden und die eigene technologische Stärke kann Revolut im technologiegetriebenen Finanzdienstleistungssektor mit etablierten Banken mit über hundert Jahren Erfahrung konkurrieren.

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