Die britische Regierung hat ihr Fraud Strategy 2026 bis 2029 veröffentlicht und dabei die „wachsende Gefahr“ durch Kryptowährungen hervorgehoben.
Die Autoren des Berichts stellten fest, dass Kryptowährungen heute Teil des „Alltags“ sind, neben sozialen Medien, Telekommunikation und digitalen Zahlungen. Doch es wird argumentiert, dass aufkommende Technologien die Bedrohung durch Betrug weiterhin „prägen“ werden, wobei die Rolle von Krypto bei der Ermöglichung von Anlagebetrug betont wird.
Das Policy-Papier sieht Betrug als eine systemweite Bedrohung und erklärt, dass die Umsetzung auf einer stärkeren Koordination zwischen Regierung, Polizei, privaten Plattformen und der Zivilgesellschaft beruhen wird. Es werden auch operative Maßnahmen genannt, darunter ein neues öffentlich-privates Online Crime Centre, eine erweiterte „Stop! Think Fraud“-Kampagne und die Einführung des Report Fraud-Services als Teil der staatlichen Reaktion.
Obwohl die Strategieseite in ihrer Zusammenfassung Krypto nicht als eigenständiges Kapitel hervorhebt, sagte Chainalysis, eine Blockchain-Analysefirma, dass digitale Vermögensflüsse mittlerweile zu groß seien, um sie als Randerscheinung zu behandeln. In einem mit Decrypt geteilten Kommentar erklärte Jordan Wain, UK Public Policy Lead bei Chainalysis, dass im Jahr 2025 weltweit „bis zu 17 Milliarden US-Dollar in Krypto an Adressen transferiert wurden, die mit Betrug und Scams in Verbindung stehen“, und fügte hinzu, dass industrialisierte Betrugsnetzwerke zunehmend KI-gestützte Social Engineering- und „Pig Butchering“-Taktiken verwenden.
Wain sagte, dass das Vereinigte Königreich „seit langem mit gutem Beispiel vorangeht“ bei der Betrugsbekämpfungspolitik und argumentierte, dass die neueste Strategie noch weiter gehen könne, indem Blockchain-Analysen fest in bestehende Betrugs-Informationsaustausch-Frameworks integriert werden, die Banken, Fintechs, Telekommunikation, Online-Plattformen und Krypto-Firmen umfassen. Er ergänzte, dass die Transparenz von Krypto einen „mächtigen Schwungrad der Betrugsbekämpfung“ schaffe, der Ermittlern Einblick in Finanzflüsse gewährt, was in der traditionellen Finanzwelt oft schwerer zu erreichen ist.
Dennoch, während Chainalysis die Transparenz von Krypto als Vorteil für Ermittler hervorhebt, die „Einblick haben, den die traditionelle Finanzwelt oft vermisst“, gewinnt die Diskussion um Datenschutz-Tools für Krypto zunehmend an Bedeutung, wobei das US-Finanzministerium diese Woche zugab, dass Coin-Mixer wie Tornado Cash, die zuvor sanktioniert wurden, legitime Datenschutzzwecke erfüllen können.
Krypto-Betrug weltweit
Ein zentraler Druckpunkt, den der Bericht hervorhebt, ist die Geografie: Da etwa drei Viertel des Betrugs gegen britische Einzelpersonen und Unternehmen laut Chainalysis aus dem Ausland stammen oder dort erleichtert werden, sagte Wain, dass die Strategie als eine „transnationale Sicherheitsherausforderung“ und nicht nur als eine rein inländische Verbraucherkriminalitätsinitiative betrachtet werden sollte.
Der Bericht hebt die grenzüberschreitende Natur von Kryptowährungen hervor, wobei „polykriminelle“ Betrugsnetzwerke Menschenhandel, Geldwäsche und organisierte Kriminalität umfassen, die sich über Zentren wie Südostasien hinaus nach Südamerika und sogar Europa ausdehnen.
Die sogenannten „Scam-Compounds“ sind in Südostasien zu einem wachsenden Problem geworden, wobei Amnesty International warnt, dass Massenfluchten zwangsarbeitender Menschen eine „humanitäre Krise“ in Kambodscha geschaffen haben. Im September 2025 sanktionierte das US-Finanzministerium 19 Organisationen in Myanmar und Kambodscha, während im letzten Monat die im November 2026 gegründete, länderübergreifende Scam Center Strike Force bekannt gab, dass Krypto-Beschlagnahmen und -Frierungen 580 Millionen US-Dollar erreicht haben.