Steigt die Hormuz-Krise? JPMorgan warnt: Wenn die Halbinsel Halh al-Ghajar eingenommen wird, könnten Irans Ölexporte fast auf null sinken

GateNews
  1. März – Laut einem aktuellen Forschungsbericht der großen US-Bank JPMorgan könnte eine Kontrolle des strategisch wichtigen Energie-Knotenpunkts Halleg im Persischen Golf durch eine Koalition aus USA und Israel die iranische Ölproduktion um etwa 50 % reduzieren und den Ölexport nahezu vollständig zum Erliegen bringen. Dieses Szenario gilt als eines der potenziell stärksten Ereignisse im aktuellen geopolitischen Risiko im Nahen Osten.

Halleg liegt etwa 30 Kilometer vor der iranischen Küste und ist der wichtigste Ölexport-Hafen Irans, der rund 90 % des Ölexports des Landes abwickelt. JPMorgan schreibt in dem Bericht, dass eine direkte Attacke oder Kontrolle dieser Anlage die iranische Ölhandelsinfrastruktur schwer beschädigen und regionale Energieinfrastruktur-Racheakte auslösen könnte, sogar die Schifffahrt im Persischen Golf bedrohen.

Daten zeigen, dass Iran derzeit etwa 3,3 Millionen Barrel Rohöl pro Tag produziert, zusätzlich rund 1,3 Millionen Barrel Kondensat und andere flüssige Brennstoffe, was insgesamt etwa 4,5 % der weltweiten Ölversorgung ausmacht. Analysten warnen, dass eine Unterbrechung dieser Lieferkette die globalen Energiemärkte rasch stark schwanken lassen könnte, wobei die internationalen Ölpreise und die Energiesicherheit wieder in den Fokus rücken.

Der Bericht blickt auch auf historische Fälle zurück. Während der Iran-Geiselnahme 1979 verhängte US-Präsident Jimmy Carter zwar Sanktionen gegen den Iran, griff aber nicht Halleg an. In den 1980er Jahren, während des Iran-Irak-Kriegs, konzentrierten sich die militärischen Einsätze der Reagan-Regierung vor allem auf den Schutz der Schifffahrt und die Angriffe auf iranische Militäranlagen, wobei Halleg weiterhin funktionierte. JPMorgan weist darauf hin, dass selbst während eines achtjährigen Krieges, in dem irakische Streitkräfte mehrfach Öltanker und Öllager angriffen, Halleg schnell repariert und wieder in Betrieb genommen werden konnte. Das bedeutet, um die Anlage vollständig lahmzulegen, wären anhaltende groß angelegte Angriffe notwendig.

Gleichzeitig hat US-Präsident Donald Trump in einem aktuellen Interview erneut eine harte Haltung signalisiert. Er erklärte, sollte Iran versuchen, die regionale Ölversorgung zu stören, werde die USA die entsprechenden Energieanlagen schnell zerstören und warnte Iran sowie seine Verbündete vor „schwereren Schlägen“.

Auf Marktebene sind die Energiepreise bereits deutlich schwankend. WTI-Rohöl stieg am frühen Handel zeitweise auf rund 119 US-Dollar pro Barrel, fiel dann aber wieder unter 88 US-Dollar. Experten warnen, dass die Unsicherheit im Persischen Golf und bei der Energieversorgung im Nahen Osten die Risiken für die globale Ölversorgung erhöhen und geopolitische Spannungen zu einem wichtigen Einflussfaktor auf die Energiemärkte werden.

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