White House verdächtigt, KI für Pokémon-ähnliche Bilder verwendet zu haben, was zu Kritik führte. Außerdem hat Nintendo die US-Regierung verklagt, um 166 Milliarden US-Dollar Steuern zurückzufordern, und die Vorbestellung von Switch 2 verzögert.
Das offizielle Social-Media-Konto des Weißen Hauses postete kürzlich ein Meme mit dem Slogan „Make America Great Again (MAGA)“, doch schnell wurde es von Nutzern als KI-generiertes Bild in Frage gestellt. Die Schriftart und der visuelle Stil ähneln stark dem Cover des neuen Nintendo-Pokémon-Spiels „Pokémon Pokopia“, auf dem auch Pikachu zu sehen ist.
In Reaktion darauf verurteilte Sravanthi Dev, Sprecher der Pokémon International Company, dass das Unternehmen weder an der Erstellung noch an der Veröffentlichung des Inhalts beteiligt war und keine Lizenz zur Nutzung seiner geistigen Eigentumsrechte erteilt hat. Das Ziel von Pokémon ist es, die Welt zu vereinen, und diese Mission steht in keinem Zusammenhang mit politischen Ansichten oder Agenden. Ob rechtliche Schritte wegen Urheberrechtsverletzung eingeleitet wurden, wurde nicht bekannt gegeben.
Gleichzeitig wurde das Bild im Internet zu einem Meme, bei dem unter dem Beitrag des Weißen Hauses Kommentare wie „Trump ist ein Pädophiler“, „Veröffentlichung aller Epstein-Akten“ und „Nintendo-Anwälte werden das lieben“ zu finden sind.
Quelle: X Weißes Haus soll Pokopia-Visuals gestohlen haben, Pokémon Company äußert sich
Trotz der Kritik der Pokémon Company hat das Weiße Haus das Bild nicht entfernt. Stattdessen wurde behauptet, die Firma sei voreingenommen.
White House-Sprecher Kaelan Dorr teilte auf Social Media einen Screenshot eines Artikels der „Wall Street Journal“ von vor zehn Jahren, in dem es heißt, dass Hillary Clinton 2016 während der Präsidentschaftswahlkampagne Unterstützer dazu aufriefen, Pokémon Go zu nutzen, um zu wählen. Dies wurde genutzt, um die damalige Reaktion der Pokémon Company in Frage zu stellen.
Eine weitere Sprecherin, Abigail Jackson, verteidigte die Social-Media-Strategie und argumentierte, dass durch ansprechende Posts und Memes die Regierung die beliebte Agenda des Präsidenten erfolgreich kommunizieren könne.
Quelle: X Weiße Haus reagiert auf Nintendo-Kritik, verweigert Entfernung und wirft politische Voreingenommenheit vor
Das Weiße Haus in den USA war bereits mehrfach wegen der Verwendung von KI-generierten Bildern und unautorisierten Inhalten in der Kritik. Laut NBC News veröffentlichte das Weiße Haus im März dieses Jahres ein KI-generiertes Bild, das eine Frau mit Handschellen bei Abschiebung zeigt, im Stil japanischer Ghibli-Animationen, was in den sozialen Medien für Aufsehen sorgte.
Im September letzten Jahres veröffentlichte das US-Heimatschutzministerium ein Video, in dem der ehemalige venezolanische Präsident Maduro festgenommen wird. Dabei wurden unautorisiert Pokémon-Animationen und -Lieder eingebaut, woraufhin die Pokémon Company eine ähnliche Warnung aussprach. Das Weiße Haus hatte zudem echte Bilder eines iranischen Raketenangriffs im Krieg mit dem Iran mit Szenen aus dem bekannten Shooter „Call of Duty“ vermischt.
Mehrere Kreative, darunter Komiker Theo Von, haben öffentlich beklagt, dass die US-Regierung ihre Werke ohne Erlaubnis in offiziellen Propagandavideos verwendet hat.
Neben Urheberrechtsstreitigkeiten hat Nintendo auch die US-Regierung vor dem US International Trade Court verklagt, um unrechtmäßig erhobene Zölle und Zinszahlungen zurückzufordern.
Der Oberste Gerichtshof der USA entschied im vergangenen Monat, dass Trumps Anwendung des „International Emergency Economic Powers Act“ (IEEPA) zur Erhebung von Zöllen verfassungswidrig ist. Zuvor hatte die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde im Rahmen dieser Notfallzollpolitik rund 166 Milliarden US-Dollar an Steuern und Kautionen eingezogen.
Die Zollpolitik hat Nintendos Geschäftsplanung erheblich gestört. Das Spieleportal IGN berichtete, dass Nintendo die Auswirkungen der Zölle und Marktveränderungen bewertet und die für April 2025 geplante US-Vorbestellung des Switch 2 verschoben hat.
Um die neue Konsole bei einer Einfuhrsteuer von 54 % zum Preis von 449,99 US-Dollar zu halten, ist Nintendo stark auf Importe aus Vietnam angewiesen.
Zum Thema: „Wir haben Klage eingereicht“, erklärte Nintendo gegenüber den Medien. „Weitere Details können wir derzeit nicht mitteilen.“
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