Bank for International Settlements warnt: Offline-Digitaleuro könnte zu einem neuen Werkzeug für Geldwäsche werden, das Risiko krimineller Aktivitäten könnte höher sein als bei Bargeld

Am 5. März berichtete die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), dass die Offline-Transaktionsfunktion bei der Gestaltung von Zentralbankdigitalwährungen (CBDC) möglicherweise ein höheres Risiko für Finanzkriminalität birgt. Die Forscher Andrea Minto, Anneke Kosse, Shirakami Takeshi und Peter Wierts erklärten in ihrem Bericht, dass Offline-Digitaleuro im Vergleich zu Online-Zahlungen oder Bankeinlagen komplexere Herausforderungen bei der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung darstellen.

Der Bericht weist darauf hin, dass Offline-CBDC-Transaktionen, beispielsweise durch Nahfeldkommunikation (NFC) oder Bluetooth-basierte Peer-to-Peer-Zahlungen ohne Internetverbindung, die Wahrscheinlichkeit verringern könnten, dass die Transaktionen in Echtzeit überwacht werden. Ohne ein robustes Compliance-Framework könnten solche Zahlungen in bestimmten Fällen von Kriminellen genutzt werden, um Gelder zu transferieren oder Finanzregulierungen zu umgehen.

Die Forscher betonten, dass das AML/CFT-Risiko bei Offline-Digitaleuro-Zahlungen unter den gleichen Bedingungen höher sein könnte als bei Online-Transaktionen oder Zahlungen über Geschäftsbankkonten oder verwaltete Krypto-Wallets. Das bedeutet, dass Regulierungsbehörden bei der Förderung von Retail-CBDCs detailliertere Risikomanagementmechanismen entwickeln müssen, um unterschiedliche Nutzungsszenarien abzudecken.

Gleichzeitig beschleunigt sich die Gesetzgebung für die digitale Währung der Europäischen Zentralbank (EZB). Anfang 2026 unterstützten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments erstmals offiziell die Einführung eines Digitalen Euro, der sowohl Online- als auch Offline-Zahlungsfähigkeiten besitzt. Viele europäische Verbraucher äußerten den Wunsch, dass die digitale Währung wie Bargeld auch ohne Internetverbindung nutzbar sein sollte, um Datenschutz und Offline-Zahlungen zu gewährleisten.

Die EU plant außerdem, im Jahr 2027 eine Obergrenze für Bartransaktionen einzuführen, die einzelne Barzahlungen auf 10.000 Euro beschränkt, um die Geldwäschebekämpfung zu verstärken. Ob die digitale Euro eine ähnliche Transaktionsobergrenze haben wird, ist derzeit jedoch noch unklar. Die BIS wies in ihrem Bericht darauf hin, dass aufgrund der Unbequemlichkeit beim Transport und der Handhabung von Bargeld einige illegale Geldtransfers künftig eher auf Offline-Digitaleuro setzen könnten.

Weltweit zeigen sich deutliche Unterschiede in den politischen Strategien für CBDCs. Die EU treibt die Entwicklung des CBDC-Projekts voran, um im digitalen Zahlungswettbewerb eine führende Rolle zu behalten und den Herausforderungen durch das schnelle Wachstum von US-Stablecoins zu begegnen. Die USA hingegen sind bei der CBDC-Entwicklung vorsichtiger. Ehemaliger Präsident Trump äußerte öffentlich seine Ablehnung gegenüber der Einführung eines digitalen Dollars und unterzeichnete eine Exekutivverordnung, die die Einführung eines CBDC in den USA verbietet. In dieser Woche brachten einige US-Kongressabgeordnete parteiübergreifende Gesetzesentwürfe ein, die eine Begrenzung der Federal Reserve bei der Ausgabe von CBDCs bis 2030 vorsahen.

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