Kambodschanischer Geschäftsmann Chen Zhi fordert vor Gericht die US-Beschlagnahme von 127.271 Bitcoin an und bestreitet Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit einem globalen Betrugsnetzwerk.
Ein Rechtsstreit hat begonnen, nachdem die US-Regierung 127.271 Bitcoin beschlagnahmt hat. Der kambodschanische Geschäftsmann Chen Zhi legt durch Anwälte in New York Einspruch gegen die Beschlagnahme ein. Der Fall basiert auf Vorwürfen, die die Kryptowährung mit einem weltweiten Betrugsnetzwerk in Verbindung bringen.
Der Streit entstand nach einer Untersuchung des US-Justizministeriums. Die Staatsanwälte werfen Chen vor, transnationale Betrugs- und Glücksspielschemen in Südostasien zu überwachen. Zudem sollen die Operationen große Online-Betrügereien finanziert haben, die sich an internationale Opfer richten.
Ein mysteriöser kambodschanischer Tycoon baute ein angebliches globales Betrugsimperium und ein Netzwerk politischer Verbindungen auf, um scheinbar unantastbar zu werden. Das änderte sich erst Ende 2025.
— Bloomberg (@business) 10. März 2026
Im Oktober 2025 enthüllten US-Staatsanwälte eine strafrechtliche Anklage gegen Chen. Die Anklagepunkte waren Wire Fraud und Verschwörung zur Geldwäsche. Beamte behaupteten, er sei für mindestens 10 Betrugsanlagen in Kambodscha verantwortlich.
Verwandte Lektüre: Address Poisoning Scam: TON Whale verliert 220.000 $, Betrüger kehren den Großteil zurück | Live Bitcoin News
Die Behörden gaben an, dass diese Anlagen sogenannte „Pig Butchering“-Schemen durchführten. Dabei handelt es sich um Betrugsmaschen, bei denen das Vertrauen der Opfer aufgebaut wird, bevor sie gezwungen werden, in gefälschte Kryptowährungsplattformen zu investieren. Die Ermittler schätzten, dass die Operationen bis zu 30 Millionen Dollar pro Tag einbrachten.
Der Rechtsstreit dreht sich auch um die große Bitcoin-Beschlagnahme im Zusammenhang mit dem Fall. Die Behörden sperrten etwa 127.271 BTC, die mit digitalen Wallets verbunden sind, die angeblich mit dem Netzwerk in Verbindung stehen. Laut Staatsanwälten stammen die Gelder aus kriminellen Aktivitäten.
Die Beschlagnahme gilt als die größte zivilrechtliche Einziehung in der Geschichte des Justizministeriums, so Beamte. Die Ermittler sagten, dass die Kryptowährung seit Dezember 2020 in 25 unverwahrten Wallets lag. Später übernahmen die US-Behörden die digitalen Vermögenswerte.
In der Zwischenzeit wurde Chen am 7. Januar 2026 aus Kambodscha nach China ausgeliefert. Chinesische Behörden nahmen ihn durch das Ministerium für öffentliche Sicherheit fest. Sie bezeichneten ihn als Anführer eines grenzüberschreitenden Glücksspiel- und Betrugsnetzwerks.
Chens Anwaltsteam reichte kürzlich eine Akte bei einem Bundesgericht in New York ein. Das Dokument stellt die Beschlagnahme der Kryptowährung durch die Regierung in Frage. Zudem erklärten die Anwälte, die gegen ihren Mandanten erhobenen Vorwürfe seien „offensichtlich falsch“.
Das Verteidigungsteam behauptete, dass die Bitcoin durch legitime Kryptowährungs-Mining-Aktivitäten entstanden seien. Laut Akte war Chen in industriellem Maßstab an Mining-Operationen beteiligt, um große Bestände an digitalen Vermögenswerten zu produzieren. Daher bestehe kein Zusammenhang zu Betrugsmaschen.
Das Team hinterfragt auch die Beweise, dass die beschlagnahmten Bitcoins mit Betrug in Verbindung stehen. Sie argumentierten, dass die Ermittler keinen direkten forensischen Zusammenhang nachweisen konnten. Daher sei die Regierung nicht im Besitz eines Beweises, der eine Verbindung zwischen bestimmten Coins und illegalen Transaktionen belegt.
Ein weiteres Argument betrifft Chens rechtlichen Status, um die Beschlagnahme anzufechten. Die Staatsanwälte hatten seine Anfechtung zuvor durch die Fugitive Disentitlement Doctrine eingeschränkt. Doch laut seinen Anwälten ändert sich die Situation durch seine Auslieferung nach China.
Da Chen jetzt in Haft ist, argumentiert das Verteidigungsteam, dass er nicht mehr vor den Behörden flieht. Daher habe er das Recht, gegen die Einziehung vorzugehen. Ein solches Argument könnte das Gericht dazu veranlassen, Beweise zum Ursprung der Bitcoin zu prüfen.
Der Fall hat auch Aufmerksamkeit erregt wegen Chens Lebensstil und Einfluss. Berichte über extravagante Partys auf seiner Superyacht, veranstaltet von wohlhabenden Geschäftsleuten und Politikern, wurden veröffentlicht. Solche Verbindungen sollen ihm geholfen haben, mächtige Netzwerke in der Region aufzubauen.
Es liegt nun am rechtlichen Prozess zu klären, ob diese Vorwürfe belegbar sind. US-Staatsanwälte müssen eine direkte Verbindung zwischen der Kryptowährung und kriminellen Aktivitäten nachweisen. Das Verteidigungsteam wird versuchen zu zeigen, dass die Vermögenswerte aus legalen Mining-Geschäften stammen.